6. September 2025
Nach gut zwölf Jahren sind für den Um- und Neubau der Vorchdorfer Schule jetzt die ersten Weichen gestellt: Die Volksschule wird als erstes in den Sommerferien 2026 in eine Containerschule umziehen, die noch heuer ausgeschrieben werden soll. Die weiteren Etappen sind anvisiert, aber in etlichen Details noch ungeklärt.
Vor allem die Schulleiterinnen zeigten sich bei der Sitzung des sogenannten Lenkungsausschusses am vergangenen Montag erleichtert, dass der Nebel über dem Start des Projekts „Bildungscampus“ sich nun lichtet. Vorgestellt wurde dem Gremium (das allerdings keine Entscheidungen trifft, sondern einen einheitlichen Informationsstand sichern soll) die erste Etappe bis zum vorläufigen Umzug der Volksschule. Diese Phase wird vom Gmundner Planungs- und Projektmanagementbüro Planarium koordiniert, das u. a. für die Erweiterung und Sanierung der Volksschule Pinsdorf vor zwei Jahren verantwortlich zeichnet.
Gesamt-Containerlösung für 3,5 Millionen Euro projektiert

Die Schule in der Bauzeit: Container im nördlichen Teil des Pfarrgartens (Anklicken für mehr Details; Abb.: Planarium GmbH)
Um den Schulbetrieb während des Baus weiterzuführen, werden für die Bauzeit neue Container gekauft und im Pfarrgarten platziert– zunächst für die Volksschule und nach Fertigstellung der ersten Bauetappe für die Mittelschule und die Polytechnische Schule. Nach der Fertigstellung des Bildungscampus sollen die Container wieder verkauft werden. Kostenpunkt: 2,93 Millionen Euro plus Mehrwertsteuer. Das Kostendämpfungsverfahren hat hier bereits rund 1,2 Millionen brutto eingespart. In einer der Gemeinderatssitzungen im Herbst soll die Ausschreibung der Container beschlossen werden.
Die jetzt vorgelegten Schritte sind Ergebnis der Abstimmung zwischen allen Beteiligten unter Koordination von Planarium. Das Büro will sich auch für die Projektierung der Abriss- und Bauarbeiten bewerben, die noch nicht im Detail fixiert sind.
Weitere Etappen bisher nur grob skizziert
Genaue Projektpläne gibt es noch nicht, teils auch nicht für die Umsetzung der Containerschule. Letztere will Planarium aber kurzfristig liefern. Hier geht es z. B. um die Weiterführung der Schulausspeisung, auch hinsichtlich des Personals und der Frage, wo gekocht werden soll; die Verkehrsplanung (Schulbusse) gehört ebenfalls dazu. Der gesamte Finanzierungsplan soll jedenfalls bis zum Jahresende stehen.
Auch für die nach dem Umzug in die Container folgende Etappe wird seitens der Bildungsdirektion wieder ein Kostendämpfungsverfahren durchgeführt. Für das „Endergebnis“ des Bildungscampus wird dabei entscheidend sein, an welchen Ecken der Rotstift angesetzt wird. Einschnitte ganz ohne Qualitätseinbußen wären kaum denkbar, wenn auch hier wieder gut ein Viertel eingespart werden soll.
Die Weiterführung der Ganztagsbetreuung mit knapp 130 Kindern soll nach Auskunft der Gemeinde im vollen Umfang gesichert sein. Gespräche mit Anbietern für die Schulausspeisung, die ebenfalls weitergeführt werden soll, waren bisher ergebnislos. Eine Sanierung der alten Turnhalle ist dem Gesamtprojekt hinzugefügt worden, allerdings ist auch dafür noch kein Finanzierungsplan vorhanden.
Der Ende August fertiggestellte Einreichplan der Architekten für den Neubau ist den Schulen derzeit noch nicht bekannt. Daher und wegen der Kostendämpfungsverfahren für die Folge-Etappen ist auch offen, ob zuversichtliche Aussagen von Bürgermeister Johann Mitterlehner vom Mai 2022 „halten“ werden. So sollte damals noch der ursprüngliche Masterplan weiterhin gültig bleiben und umgesetzt werden. Allerdings stand auch damals schon im Raum, dass die vorgesehene Fläche von rund 10.000 Quadratmetern das vom Land förderbare Volumen um über ein Viertel überschreitet. Seitens der Gemeinde gibt man sich aber derzeit vor allem über den jetzt absehbaren Start erfreut.
