23. September 2025
Kommentar von Michael Praschma
UPDATE 24.9.2025:
WIR HABEN GESTERN HARSCHE KRITIK GEÜBT, weil die Verschiebung der Gemeinderatssitzung eine Woche vor dem ursprünglichen Termin nur an einer kaum aufzufindenden Stelle mitgeteilt worden war. Heute ist erfreulicherweise sowohl auf Facebook als auch auf der Startseite der Gemeindewebsite dieser Hinweis zu finden (im Sitzungsplan allerdings nach wie vor nicht). Wir verbreiten die Nachricht gerne auch hier weiter.
Wann unser Ortsparlament tagt, ist doch von Interesse, oder? Auch wenn nicht die großen Massen zu den Sitzungen strömen – das Interesse daran sollte man doch wohl fördern. Mitunter könnte man aber den Verdacht bekommen, Vorchdorferinnen und Vorchdorfer sollen möglichst vergrault werden.
In einer Woche, am Dienstag, den 30. September, ist die nächste Gemeinderatssitzung anberaumt. So steht es im Sitzungsplan auf der Gemeindewebsite, einfach zu finden, und als Interessent hat man sich die Termine ja auch schon lange in den Kalender eingetragen. Jetzt wüsste man gerne, was auf der Tagesordnung steht, vielleicht lohnt sich ja der Besuch. Seit spätestens heute müsste das laut Gemeindeordnung veröffentlicht sein. Ist aber nicht. Nirgends. Was ist da los?
Anruf bei einem persönlich bekannten Gemeinderat. Die Sitzung sei auf 7. Oktober verschoben, hätte der Bürgermeister bei der letzten Sitzung des Gemeinderats mitgeteilt. Aha. Woher soll ich das wissen, wenn ich nicht genau an der Stelle (und zwar noch vor Eintritt in die Tagesordnung) schon dabei gewesen wäre und aufgepasst hätte wie ein Schießhund? Nicht einmal im Protokoll kann irgendwer nachlesen. Das wird nämlich erst jetzt genehmigt und dann veröffentlicht. Kontrolle: Nein, im Sitzungsplan steht unverändert der 30. September. Das gibt’s doch nicht!
Aber dann entdeckt ein findiger Redaktionskollege doch noch die Sitzung am 7. Oktober: Sie steht tatsächlich auf der Website, aber unter: Unser Ort > Veranstaltungen > durchblättern auf Seite 3 > hübsch bescheiden zwischen „Yoga in deiner Schwangerschaft“ und „Pilates“. Die Ostereiersuche ist ein Schmarren dagegen.
So. Wer immer in der Gemeinde dafür verantwortlich ist, dem sei ins Stammbuch geschrieben: Das ist nicht eine „Veranstaltung“, sondern die Sitzung des höchsten Organs der Gemeinde. Eine solche Sitzung darf man selbstverständlich terminlich verlegen – weiß der Himmel warum, der Bürgermeister hat es in der Julisitzung nicht für nötig gehalten, einen Grund mitzuteilen; geschenkt. Wäre man jetzt nicht so altvaterisch gewesen, den Sitzungsplan als PDF auf die Gemeindeseite zu packen statt als Text, hätte man diese Änderung binnen Sekunden online stellen können. Ganz großartig (aber das erwartet sich ja schon niemand mehr) wäre es gewesen, auf der Startseite unter „Neuigkeiten“ einen gut sichtbaren Hinweis einzufügen – nein! In den vorletzten Winkel der Website schreibt man das.
Soll ich hier bösen Willen unterstellen – dass man am liebsten kein Publikum im Gemeinderat haben will? Motive dafür sind denkbar, siehe eine der letzten Pannen bei einer Abstimmung. Es bliebe dennoch eine Unterstellung. Was sich aber zweifelsfrei aus dem Vorgang ergibt, ist die hier schon einmal kritisierte Missachtung der Öffentlichkeit, sprich der Vorchdorferinnen und Vorchdorfer, die ja doch der eigentliche Souverän der Gemeinde sind. Euer Gemeinderat ist verschoben? – Selbst schuld, wenn ihr das nicht mitbekommt! Das ist uns sowas von wurscht …
Es ist eine bodenlose Frechheit, anders kann ich das nicht nennen.
