Einstimmig beschlossen: Klimastrategie für Maßnahmen „vor der eigenen Haustür“

11. Dezember 2025

„Klimastrategie Vorchdorf 2030“ heißt das Konzept, das sich der Gemeinderat am 9. Dezember einstimmig zu eigen gemacht hat. Die Ziele und Projekte beruhen vor allem auf Ideen, die Bürger:innen in mehreren Workshops während der ersten Hälfte dieses Jahres formuliert hatten. Die Selbstverpflichtung lautet: „Der Gemeinderat der Marktgemeinde Vorchdorf erklärt, die Eindämmung der globalen Klimakrise und ihre schwerwiegenden Folgen auf lokaler, kommunaler Ebene als Aufgabe von bedeutender Priorität wahrzunehmen.“

Leitplanke für Klimaschutzmaßnahmen der nächsten Jahre im Ort

Die Bedeutung der Klimakrise und die Dringlichkeit von Gegenmaßnahmen machte Norbert Ellinger (Grüne) den Gemeinderäten in einer knappen Präsentation deutlich. Unter anderem ist Österreich von einem mit 3 Grad doppelt so hohen Temperaturanstieg wie weltweit betroffen. Die dadurch beeinflussten drastisch zunehmenden Extremwetter-Ereignisse mit Hitzetoten, Überschwemmungskatastrophen etc. sind bekannt. Daher sind auch Gemeinden aufgerufen, in ihrem Wirkungsbereich daran mitzuwirken, Ursachen zu bekämpfen und Folgen möglichst zu dämpfen.

Regelmäßige Überprüfung, Anpassung und Ergänzung

Die 31-seitige Klimastrategie ist nicht in Stein gemeißelt. Sie enthält die Vorgabe, entsprechend aktueller Entwicklungen auf verschiedenen Ebenen kontrolliert und nachgeschärft zu werden. Unter anderem sollen auch positive Beispiele aus anderen Gemeinden herangezogen werden.

Fünf sogenannte Leitmaßnahmen gliedern die Umsetzung der Strategie: klimafreundliche Mobilität, CO₂-neutrale Energie und Gebäude, Lebensstil und Beschaffung, Bewusstsein, Bodenschutz/Klimawandelanpassung sowie Governance. Der letztgenannte Bereich bedeutet, dass die Umsetzung  übergreifend gesteuert und kontrolliert wird. Hier verbirgt sich also das „Getriebe“ der Klimastrategie.

Bei den Leitmaßnahmen sollen jeweils die aufgeführten konkreten ersten Schritte und die genannten Verantwortlichen (z. B. Ausschüsse des Gemeinderates) sowie ein vorgegebener Zeitrahmen gewährleisten, dass die Maßnahmen nicht in Schubladen verstauben. Das bedeutet auch, dass Gremien wie Gemeindevorstand und Gemeinderat sich Termine und Aufgaben verbindlich vorgeben müssen; außerdem, dass derzeit noch vage Zuständigkeiten wie „politisch Verantwortliche“ konkretisiert werden. Dazu fordert die Strategie unter anderem, dass Messbarkeitskriterien festgelegt und Feedback-Tools geschaffen werden. Der Start des „Governance“-Pakets ist mit der Beschlussfassung der Strategie, also jetzt sofort, festgelegt.

Viele weitere Wünsche

Eine lange Themenliste mit über 70 Einzelpunkten für die Zukunft sowie eine Klimabilanz für Vorchdorf schließen das Dokument ab. Hieraus ergeben sich teils weitergehende Ziele und Maßnahmen – etwa, indem die größten Treibhausgas-Verursacher im Ort in den Fokus gestellt werden, zum Beispiel der Verkehr, der alleine für rund ein Viertel der Treibhausgasemissionen verantwortlich ist.

Klimaausschuss-Obfrau Elisabeth Reisenberger (NEOS) brachte den Antrag zum Beschluss der Klimastrategie ein. Er wurde ohne Gegenstimmen oder Enthaltungen und sogar ohne eventuell profilierende Wortmeldungen gefasst. Dank gab es besonders an Christian Hummelbrunner, der die Idee dieser Klimastrategie in einer Klausur des Umweltausschusses 2023 eingebracht hatte, außerdem an den Gemeindebeauftragten Herbert Repczuk sowie die Verantwortlichen des Klimabündnisses Oberösterreich und die Bürger:innen, die sich an den Workshops und darüber hinaus beteiligt hatten.

Die Klimaseite der Gemeinde-Website enthält weitere Informationen zum Thema.

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