22. Dezember 2025
Im Gespräch mit KommR Dir. Gunter Mackinger, Vorstandsdirektor beider Lokalbahn AGs, wurde deutlich: Die Vorchdorferbahn und die Traunseetram stehen vor großen Herausforderungen, aber auch vor spannenden Entwicklungen.

…charmant, aber nicht immer alltagstauglich (Bild: eigene Quelle)
Trotz Budgetkürzungen und gestiegener Kosten bleibt das Ziel klar: Die Attraktivität des öffentlichen Verkehrs in der Region soll weiter steigen. Denn das bedeutet nicht nur Mobilität für alle, sondern auch weniger Stau, weniger Emissionen und eine Stärkung der regionalen Wirtschaft. Jeder investierte Euro zahlt sich mehrfach aus: für die Umwelt, für die Lebensqualität und für die Standortattraktivität.
Positive Fahrgastentwicklung auch dank Klimaticket
Seit Einführung des österreichweiten Klimatickets im Oktober 2021 verzeichnen beide Bahnen eine erfreuliche Entwicklung. „Die Fahrgastzahlen entwickeln sich auch auf der Vorchdorferbahn positiv“, so Mackinger. Neben dem verbesserten Angebot und dem Klimaticket tragen auch veränderte Mobilitätsgewohnheiten der jüngeren Generationen sowie ein wachsender Freizeitverkehr zur Zunahme bei.
Barrierefreiheit bleibt ein zentrales Thema
Ein großes Problem sind die derzeitigen Garnituren der Vorchdorferbahn: Sie sind nicht barrierefrei und selbst für Menschen ohne Einschränkungen oft schwer nutzbar. „Wir hoffen auf den nächsten Fahrplanwechsel im Dezember 2026“, erklärt Mackinger. Dann sollen erste niederflurige Fahrzeuge aus dem Bestand der Linzer Lokalbahn eingesetzt werden. Bis 2030 sollen nicht nur die meisten Bahnübergänge mit Signalanlagen ausgestattet sein, um die verpflichtenden Pfeifsignale zu reduzieren, sondern auch der Bahnhof Vorchdorf soll barrierefrei und witterungsgeschützt gestaltet werden.
Bahnhof Vorchdorf NEU – Entscheidung steht bevor
Der geplante Neubau des Bahnhofs Vorchdorf ist Teil eines mittelfristigen Investitionsprogramms. Ob dieses Programm ab 2027 startet, entscheidet sich im ersten Halbjahr 2026. „Bund und Land müssen den Investitionsbeschluss fassen“, betont Mackinger.
Infobox: Bahnhofsneubau & Potentialanalyse
Bahnhof Vorchdorf NEU
Ziel: Barrierefreier Bahnhof mit überdachter Halle für den Witterungschutz der Fahrgäste (ähnlich Bahnhof Engelhof)). Eine Veränderung der Streckenführung der Traunseetram im Bahnhofsbereich würde die Verlängerung der beiden Strecken ermöglichen und die Kosten für den Bahnhofsneubau unter Einhaltung neuer gesetzlicher Vorschriften günstigen machen.
Kosten: ca. 14 Mio. Euro; Aufteilung 50 % Bund, 50 % Land.
Zeitplan: Umsetzung innerhalb der nächsten 5 Jahre; Investitionsentscheidung 2026.
Hintergrund: Moderne Triebwagen erfordern barrierefreie Bahnsteige.
Potentialanalyse
Untersuchungsraum: Gemeinde Vorchdorf, Fokus auf Pendlerbewegungen und Erreichbarkeit der Haltestellen.
Methodik: Rasterzellen 200 m, Datenbasis: Statistik Austria & anonymisierte Mobilfunkdaten.
Ergebnisse: Ohne Verlängerungen erreichen nur 25 % der Bevölkerung eine Haltestelle innerhalb von 200 m.
Verlängerung der Traunseetram und Vorchdorferbahn erhöht den direkten Zugang um 60 %.
Empfehlung: Kombination aus Hauptlinien und Mikro-ÖV (On-Demand-Systeme) zur Schließung von Angebotslücken.
Streckenverlängerungen
Traunseetram: Verlängerung bis ins Ortszentrum; neue Haltestellen verbessern die Erreichbarkeit für rund 1.161 Bewohner und bis zu 588 Einpendler. Ziel: bessere Anbindung für Bildungscampus und Nahversorgung.
Vorchdorferbahn: Verlängerung bis zur Brauerei Eggenberg mit einer zusätzlichen Haltestelle. Bedeutung vor allem für Freizeit- und Veranstaltungsverkehr (jährlich über 6.000 Besucher der Brauerei).
Effekt: Direkter Zugang zu den beiden Hauptlinien steigt um 60 %, was die Attraktivität des ÖPNV deutlich erhöht.

Zukunftsperspektiven im öffentlichen Nahverkehr … beinhalten im konkreten Fall Vorchdorf und der Traunseetram eine Verlängerung bis ins Ortszentrum? Ich hab das mehrmals lesen müssen, um das zu verstehen. Die ersten Gedanken kreisten um a) die Streckenführung und b) eine Park-&-Ride-Möglichkeit am Marktplatz. Ersteres scheint über die Messenbacherstrasse über den Kreisverkehr beim Denk die noch am einfachsten umzusetzende Streckenführung zu sein. Wesentlich problematischer dagegen stellt sich die Parkplatzsituation im Ortszentrum dar. Es gibt ja die Brachfläche hinter dem Gemeindeamt, die ja in Privatbesitz schon jahrelang als heimliches Wahrzeichen Vorchdorfs dahindümpelt. Was müsste da geschehen?