26. Dezember 2025
Der Jahresrückblick #1 von Alfred E. Neumann
So schnell dieses Jahr auch vergangen ist, als Teil des INVO.report-Teams sind mir rückblickend einige Geschehnisse ganz besonders in Erinnerung geblieben. Keine Frage, auch heuer hat sich wieder einiges getan im Markt voller Leben – wer kann sich noch erinnern?
Eine Waffenübung lässt die Zugriffszahlen explodieren
Hinsichtlich der Zugriffe steht der Straßenfeger-Artikel des Kollegen Michael Praschma zur Waffenübung in Adlhaming in der Pole Position. Selbst in der österreichweiten Berichterstattung wurde dieser (im Vergleich zur Mehrzahl der reißerischen Tagespresse) sehr objektiven, rationalen Recherche viel Beachtung und übrigens auch Lob geschenkt. Da dürfen wir als kleines Ortsmedium dann schon auch einmal ein bisserl stolz sein.
Gleicher Ort, aber Plastikflascherln statt Gewehre
Am gleichen Schauplatz spielt übrigens unsere Never-ending-Story (aktuell 20 Updates!), mit der wir als erste auf das unsägliche Projekt einer Flaschenzählstelle in der Abgeschiedenheit von Point 11 aufmerksam gemacht haben. Nach unseren Berichten organisierte sich die Anrainerschaft – mit zwei engagierten, wortgewandten Schwestern an der Spitze – und leistete beachtlichen, mit schlüssigen Argumenten unterlegten Widerstand. Für mich ein wichtiger Beweis dafür, dass nicht immer alles stillschweigend akzeptiert werden muss! Leider gab es nur wenige Ortspolitiker, die hier von Beginn an Unterstützung geleistet haben. Grüne Landespolitiker haben meine Einladung auf eine Erkundungsfahrt nicht angenommen, blaue Nationalräte wiederum wussten sich medienwirksam in Pose zu werfen und rote Landespolitiker haben gleich gar nichts gewusst. Wie es dort nun weitergehen wird, das werden in letzter Instanz die Höchstgerichte in Wien entscheiden.
Abgefahren: Reifen werden in Feldham gestapelt
Wirkung, nämlich eine Räumung, hat dagegen unser Bericht über ein illegales Altreifenlager in Feldham erzielt. Ausschlaggebend waren Hinweise einer engagierten Bürgerin, deren Blick auf ihren täglichen Spaziergängen nun nicht mehr auf Gummistapel einer rumänischen Möchtegern-Recycling-Firma gerichtet ist. Nachdem ein Interessenverband durch unsere Berichterstattung auf die Sauerei aufmerksam wurde, führte eine Klage schlussendlich im wahrsten Sinne des Wortes zur erfolgreichen Bereinigung. Was wären die großen Erfolge ohne die kleinen?
April, April … aber nur, wenn man’s checkt
Den 1. April haben wir, entgegen unseren ansonsten sehr strikten Regeln einer faktenbasierten Berichterstattung, für einen (extra rot markierten) Jux-Artikel über das 1-Euro-Grundstück genützt. Auch wenn so mancher Politiker behauptet, uns nicht zu lesen, eine eher humorlose Reaktion sprach eine andere Fremdsprache. Wir – und wohl viele unserer Leser – haben dagegen herzlich gelacht. Hin und wieder muss doch auch ein Späßchen erlaubt sein, oder?
„Die Leute, die niemals Zeit haben, tun am wenigsten“
Das behauptete der deutsche Physiker Georg Christoph Lichtenberg bereits im 18. Jahrhundert. Ob das mitunter der Grund ist, dass dringliche Fragen zum Bildungscampus erst dann beantwortet werden können, wenn man Zeit dazu findet, entzieht sich allerdings meiner Kenntnis – es war fraglos eines meiner absoluten Low-Lights des Jahres. Da kamen dann mit Anfang September das Informationsfreiheitsgesetz und das Engagement zweier Jungpolitiker gerade rechtzeitig, um doch noch berichten zu können, wie es denn mit dem Schulneubau nun weitergehen könnte. Übrigens, im nächsten Jahr soll es dann endlich so weit sein – ob gebaut wird, wurde uns noch nicht versprochen, wir versprechen dagegen, wir bleiben dran! Also, auf die Plätze, fertig, los.
Bürgerbeteiligung: Bei der Klimastrategie gab es sie
Dass für das ehemalige Gasthaus Roith die Abrissbirne ausgepackt wurde, war leider absehbar. Jetzt aber wird es spannend, ob sich die einstimmig beschlossene Klimastrategie der Gemeinde und der Wille zu nachhaltiger Weiterentwicklung auf die zukünftige Nutzung der Fläche (Preisfrage: Versiegelung oder nicht?) auswirken wird – das wiederum sollten wir wohl schon im ersten Quartal 2026 erfahren. Übrigens, die Entwicklung der Klimastrategie unter Einbindung der Bevölkerung in mehreren Workshops war dagegen ein sehr positives Erlebnis – so kann Bürgerbeteiligung also gehen. Liebe Politik, gerne mehr davon bei anderen Gelegenheiten!
Das mag ich: Gesprächsbereitschaft und Transparenz
Ein Dank geht an all jene Mandatare (und emigrierte Ex-Politiker), die uns stets für erleuchtende Gespräche zur Verfügung standen. Die gesprächstechnischen Feiglinge werden zwar weniger, es gibt sie aber noch: Inhaltsleere Antworten auf Bürgerfragen sind alles andere als tipp-topp! Soll man denn „danke, danke, danke“ sagen, wenn versprochene Unterlagen erst nach Wochen herausgerückt werden? Wenn aber Wissende nicht nach Ausreden suchen und sich einem persönlichen Gespräch stellen, dann ist es die investierte Zeit allemal wert. So geschehen nun auch mit den neuen Kräften in der SPÖ und ÖVP, dem INKOBA-Obmann aus Kirchham und im Zuge der „Waffenschulung“ auch mit dem damaligen Pächter von Point 11. Es war sehr schön, es hat mich sehr gefreut!
Musik in meinen Ohren
Was dagegen meinen Ohren in bester Erinnerung bleiben wird, ist die musikalische Darbietung von Hörtis & Friends in der recht aktiven Kulturvilla. Ich hoffe ja nach wie vor auf eine Zugabe im nächsten Jahr!
Ganz besondere Highlights gab es beim Austausch mit unzähligen Bürgerinnen und Bürgern – ob bei Veranstaltungen, beim Einkauf oder den Redaktionssitzungen in der wunderbaren Vorchdorfer Gastronomie. Das (ganz selten negative) Feedback war wichtig und wertvoll, das Lob die Motivation, meine Zeit (trotz sehr regelmäßiger Zweifel) weiter ehrenamtlich für unsere Plattform einzusetzen.
Apropos Ehrenamt: Keine Selbstverständlichkeit!
Eines muss aber auch einmal in aller Deutlichkeit gesagt werden: Dankeschön an all die ehrenamtlichen Mandatare, vor allem an jene, die sich im Gemeinderat zu Wort melden oder in den Ausschüssen aktiv einbringen! Es ist keine Selbstverständlichkeit, sich für eine positive Entwicklung der Gemeinde einzusetzen – im Falle von guten Entscheidungen profitieren schließlich wir alle.
Auch wenn da noch vieles mehr war, ich wünsche all unseren Leserinnen und Lesern – die übrigens auch heuer wieder deutlich mehr wurden, vielen Dank an dieser Stelle! – ein gutes neues Jahr 2026! Ich bin überzeugt, Vorchdorf bleibt spannend …

Auch 2025 hat gezeigt, dass sachliche und konstruktive Kommunalpolitik Wirkung entfalten kann. Die Liste FÜR Vorchdorf hat mit dem Antrag auf ein Fahrverbot rund um Point 11 einen konkreten Beitrag geleistet – der Antrag wurde im Gemeinderat einstimmig beschlossen. Umso bedauerlicher ist es, dass dieses Fahrverbot von Bürgermeister Johann Mitterlehner nicht umgesetzt wurde.
Darüber hinaus wurde mit zahlreichen Anfragen an Bürgermeister Mitterlehner zum Schulneubau versucht, Transparenz und Planbarkeit einzufordern. Dass bis heute keine klaren Meilensteine genannt werden können, zeigt, wie wichtig dieses Thema unserem Dorfobersten ist.