25. Januar 2026
Es war eine Veranstaltung voller Geschichten rund um die Vorchdorfer Geschichte aus den Jahren vor und nach Ende des Zweiten Weltkriegs. Zum Welttag der Bildung kamen rund 80 Interessierte in die Aula der Mittelschule. Das inzwischen wohlbekannte Wandfresko von Erwin Lang bildete die Kulisse für vielfältige Blicke auf jene Zeit.

Die Preisträger:innen des Schreibwettbewerbs aus den Vorchdorfer Schulen nach der Lesung
Einen Schreibwettbewerb zum Thema des Schulfreskos hatte der Bildungs- und Kulturausschuss des Gemeinderats als Kristallisationspunkt für seine Veranstaltung anlässlich des 8. UNO-Welttags der Bildung am 24. Januar gewählt. Ausschuss-Obfrau Bettina Hutterer (Grüne) bat dazu eben vor diesem Wandbild die vier Erstgereihten auf die Bühne, um ihre Geschichten vorzutragen.
Etwas Magisches passiert
Mit viel Phantasie erweckten Rene Weber , Leonie Ohler (beide Mittelschule), Rosa Hörtenhuber (Volksschule Vorchdorf) und Ludwig Radner (Volksschule Pamet) Figuren bzw. Tiere zum Leben, die auf Erwin Langs Fresko abgebildet sind, oder sie erfanden einen Stein, der an verschiedenen Stellen der Schule und am Schluss eben bei dem Fresko aufleuchtet. Von der auch für die Veranstalter überraschend großen Schar der Interessierten keineswegs eingeschüchtert, zeigten die Schüler:innen damit, dass dieses beeindruckende Wandbild auch 80 Jahre nach seiner Entstehung noch etwas mitzuteilen hat.
Das war lange Zeit nicht so. Generationen von Schüler:innen wurden nur in seltenen Einzelfällen auf das Fresko aufmerksam gemacht. Darauf und auf die Geschichte des Bildes und seines Malers Erwin Lang machte Bruno Schernhammer aufmerksam. Eingeflochten in auch persönliche Erinnerungen an seine Schulzeit in Vorchdorf ließ er die geschichtlich doch sehr spezielle Entwicklung Langs ebenso aufleben wie das Besondere an der Darstellung der ländlichen Szene, bei der Lang geschickt den Auftrag seiner nationalsozialistischen Auftraggeber konterkarierte, ein propagandistisches Werk zu schaffen.
Die Zeitenwende um 1945 in Vorchdorf
Über eine Reihe der interessanten Hintergründe zu diesem Bild hat bereits ein Beitrag des INVO.report aus dem Juli 2025 informiert. Gegen Kriegsende entstanden, war es aber bald schon Dekor nicht einer Schule, sondern des Militärlazaretts, dessen Standort in Vorchdorf wohl ausschlaggebend dafür war, dass die Gemeinde beim Anrücken der US-amerikanischen Truppen nicht in zerstörerische Abwehrkämpfe verwickelt wurde.

Auch zum Nachlesen: Broschüren und Bücher zum Thema der Veranstaltung
Berichte unter anderem darüber, vor allem von örtlichen Zeitzeugen, und wiederentdeckte Dokumente hat Rudolf Hüttner in einem neuen, reich bebilderten Buch „Zeitenwende in Vorchdorf“ aufbereitet. Die Lesung daraus bildete den Abschluss des Nachmittags. Anfragen zum Kauf dieses Buchs erreichen Rudolf Hüttner unter huettner.rudolf@a1.net – Eine Broschüre über Erwin Lang fand sich ebenso auf dem Büchertisch wie die Bücher Bruno Schernhammers zur örtlichen Zeitgeschichte, die über den Buchhandel – in Vorchdorf auch über die Trafik Fischer – bestellbar sind (Verlag Theodor Kramer Gesellschaft).
