30. Januar 2026
Der Schulneubau, jahrelang eine Stehpartie, kommt ins Rollen. Nach dem Beschluss für den Finanzierungsplan zum Ausweichquartier „Containerschule“ im Gemeinderat Anfang Januar wurde jetzt der Lenkungsausschuss für das Projekt über Details der Arbeiten, die mit der Errichtung der Container im Pfarrgarten beginnen, informiert. Die Zusage der weiteren Finanzierung steht angeblich unmittelbar bevor.
Eine Informationssperre sollte verhindern, dass unrichtige oder unvollständige Informationen in Umlauf kommen, doch seit heute liegt die offizielle Version der Marktgemeinde über den letzten Stand der Dinge vor.
Für Eltern, Kinder und Lehrkräfte im Vordergrund: Wie wird das alles bei laufendem Betrieb vonstatten gehen? Hierzu steht nun der Ablaufplan fest: Anfang Juli 2026 soll das Ausweichquartier für die Volksschule fertiggestellt sein. Der Umzug ist für die kommenden Sommerferien vorgesehen, der Schulbetrieb startet in den Containern ab Schulbeginn.
Sanierung in Etappen bis Sommer 2029
Die Sanierung des Volksschultrakts beginnt dann im 1. Quartal 2027. Der Mitteltrakt soll in den Sommerferien 2027 abgerissen werden, sodass der Schulbetrieb möglichst wenig gestört wird. So können die Räume von Schulküche, Landesmusikschule und Mittelschule auch im kommenden Schuljahr weiter genutzt werden, ohne die Arbeiten zu verzögern. Nach Fertigstellung des Volksschultraktes übersiedelt dann die Mittelschule in das Ausweichquartier im Pfarrgarten. Anschließend wird der Mittelschultrakt saniert. Abgeschlossen sollen alle Arbeiten bis Sommer 2029 sein.
Gesamtkosten von 32,2 Millionen Euro sind derzeit veranschlagt. Ein sogenanntes Kostendämpfungsverfahren des Landes hat von den bisher deutlich höher geschätzten Kosten 4,9 Millionen Euro einsparen können – angeblich ohne Einbußen an Umfang und Qualität des Baus. Die Kosten für das Ausweichquartier sind hier bereits enthalten.
Finanzierungszusage nach wie vor Kritikpunkt
Die verbindliche Bestellung der Container vor einer definitiven Finanzierungszusagte des Landes für das Gesdamtprojekt war wie berichtet schon am 8. Januar im Gemeinderat Diskussionsgegenstand. „Die aktualisierte Kostenschätzung befindet sich aktuell in der abschließenden Prüfung durch das Land Oberösterreich.“, heißt es seitens der Marktgemeinde. Dem Lenkungsausschuss lag dazu nur der kolportierte Eindruck vor, die Finanzierungszusage stehe unmittelbar bevor.
Am kommenden Montag sollen die Angebote für die Container vorliegen. Das bedeutet, dass eine Entscheidung über die Vergabe im Gemeinderat am Folgetag nicht mehr möglich ist. Hierzu wird voraussichtlich eine kurzfristige Sondersitzung einberufen, um eine rechtzeitige Lieferung gewährleisten zu können. An der Haltung derjenigen Gemeinderäte, die einer Vergabe nur vorbehaltlich der erwähnten Finanzierungszusage zustimmen würden, hat sich dem Vernehmen nach nichts geändert.
Der entsprechende Zusatzantrag der FPÖ hatte auch bloß wegen Enthaltungen und des Fehlens eines Gemeinderates keine Mehrheit gefunden. Das könnte bei der anstehenden Entscheidung schon wieder anders sein. Das Dilemma, weder den Baustart zu gefährden noch ein Kostenrisiko einzugehen (für den Fall, dass es sich das Land doch noch anders überlegt) – dieses Dilemma wird den Mandataren nur erspart bleiben, wenn das Land sich finanziell festlegt.
