24. Februar 2026
Kommentar von Michael Praschma
Gleich zwei prominente Vertreter der ÖVP Vorchdorf sind ausgerückt, um die rein parteibesetzte Präsentation der Bildungscampus-Finanzierung mit Landesrätin Christine Haberlander in Schutz zu nehmen. Am Wahrheitsgehalt ihrer Argumente gibt es jetzt begründete Zweifel. Sollte das nicht Konsequenzen haben?
Wie ausführlich berichtet: Sämtliche anderen Parteien im Gemeinderat haben dagegen protestiert, dass die ÖVP den Bildungscampus als „Projekt unserer ÖVP Vorchdorf“ propagiert haben und ausschließlich ÖVPler auf Fotos vom Termin mit Bildungslandesrätin Haberlander zu sehen waren. Eine „Koalition“ aller anderen gegen die ÖVP darf man wohl als einzigartig in dieser Form bezeichnen.
Wohlmeinende mögen an eine Ungeschicktheit in der öffentlichen Kommunikation glauben, für die sich die „Schwarzen“ vielleicht hätten entschuldigen können. Aber nein! Man blies zum Gegenangriff, der das Ganze sinngemäß als Sturm im Wasserglas erscheinen lassen sollte: „Jetzt wird so getan, wie wenn es irgendeine Veranstaltung gegeben hätte, zu der Personen eingeladen gewesen wären und andere nicht. Das stimmt de facto nicht.“, so Ortsparteiobmann Matthias Traunbauer in einem Video. Und Gemeinderat Gerhard Radner kommentierte auf der Facebookseite von Grünen-Chef Reinhard Ammer: „Es gab auch keine ‚Pressekonferenz‘. Das sind FAKE News.“
Wortklauberei, wenn nicht Schlimmeres
Ob man den Termin Veranstaltung oder anders nennt, ist egal. Wenn örtliche und überörtliche Parteiprominenz sich zu einer Reihe von Fotos zu einem Thema trifft, dann war das jedenfalls nicht nichts. Eingeladen wurde dazu, sonst wäre niemand gekommen. Und ob man etwas Pressekonferenz oder anders nennt, wenn es am Vorabend eine Presseaussendung der Landesrätin gegeben hat und – jetzt kommt’s! – wozu die Bezirkspartei Medien telefonisch eingeladen hat, dann war das eben etwas, das genauso aussieht wie eine Pressekonferenz, auch wenn tatsächlich keine Reporter:innen erschienen sind. Also war es eine.
Sie reden und schreiben sich um Kopf und Kragen, und man wendet sich mit Grausen. Das endlich in Fahrt gekommene Projekt „Bildungscampus“ hat etwas anderes verdient als ein solches Schmierentheater. Macht euch doch ehrlich! Wenn das keine Absicht war, bittet um Entschuldigung. Wenn ihr aber das politische Kleingeld haben wolltet, schämt euch in Grund und Boden. Mehr ist dazu nicht zu sagen.
Doch – eins noch: Das Ganze sollte auf seine wirkliche Bedeutung heruntergeschraubt werden. Denn es geht hier „nur“ um miserable Politik in der Außendarstellung. Das ist schlechter Stil und schadet der Glaubwürdigkeit. Aber anders als bei praktischen Entscheidungen – wie etwa bei der drohenden Umwidmung der Roith-Gründe – werden wenigstens keine Sachwerte zerstört. Es lebe der Bildungscampus.
