Ein Rattenschwanz an Kindergarten-Meldungen

5. März 2026

Ratten verlassen sinkende Schiffe, aber offenbar nicht immer so schnell die Schlagzeilen örtlicher Social-Media-Seiten. Ob beim Gemeinderat am vergangenen Dienstag zum zeitweisen Rattenbefall im Kindergarten das letzte Wort gesprochen wurde, ist noch nicht sicher.

An Hartnäckigkeit beim Hochhalten eines Themas fehlt es Albert Sprung von der Liste Vorchdorf nicht. In zahlreichen Beiträgen auf Facebook – und seit dieser Woche schon einer zweiten Anfrage im Gemeinderat – verfolgt er seit Monaten die Ratten, die eine Zeitlang im Kindergarten ihre Spuren und auch unangenehme Gerüche hinterlassen haben. Genauer gesagt, nicht die Ratten selbst, sondern die von ihm so geortete Untätigkeit der Gemeinde. Zuletzt ging es um Kadaver, die in unzugänglichen Teilen des Gebäudes vor sich hin rotten sollen und daher, so Sprung, Verwesungsgestank und hygienische Probleme verbreiten.

2 Realitäten über 3 Monate?

Unstrittig war und ist: Spätestens Ende November letzten Jahres belegten Nagespuren und Exkremente, dass Ratten den Weg in Kindergartenräume gefunden hatten. Eine Anfang Dezember beauftragte Fachfirma befand, dass vermutlich ein Kanal der Zugang war. Man dichtete ab, reinigte Räume, weitere Spuren gab es dann nicht mehr, die Bezirkshauptmannschaft wurde entsprechend informiert und Mitte Dezember auch die Eltern.

Allerdings, nach den Weihnachtsferien roch es unangenehm. Die Gemeinde stellte Luftreinigungsgeräte auf, auch das hatte gegen Mitte Februar den Erfolg, dass keine Gerüche mehr auftraten, wie Eltern und Personal öffentlich bestätigten. Aus Sicht Sprungs stellte sich die Sache anders dar. Bereits in der Sitzung des Gemeinderats am 8. Januar verlangte er Auskunft über das Problem. Die Anfrage wurde so beschieden, dass die Gemeinde rasch Maßnahmen veranlasst habe, die bis dahin erfolgreich gewesen seien.

Wenige Tage darauf schreibt Sprung: „Der Frust eskaliert. Die Betreuer*innen verzweifeln, Eltern sind entsetzt.“ Dies wird allerdings von Beteiligten bestritten. Seine Kritik konzentriert sich nun darauf, dass Rattenkadaver, die in den Wänden verwesen würden, nicht geortet und beseitigt würden. Tatsächlich ist das nicht beabsichtigt.

Die Anfragenbeantwortung im Gemeinderat am 3. März ergab, dass eine Fachfirma keine Ratten gefunden hat. Bürgermeister Johann Mitterlehner verweist darauf, dass die Substanz des Gebäudes beeinträchtigt würde, wenn man anfinge, Wände aufzubrechen. Amtsärztlich bzw. seitens der BH Gmunden werde kein weiterer Handlungsbedarf gesehen. 

Das Thema „Ratten“ bleibt?

Inzwischen steht der Vorwurf im Raum, Sprung münze politisches Kleingeld mit dem Thema, während er selbst darauf pocht, es gebe unhaltbare hygienische Zustände für Kinder und Personal. In seiner Fragenbeantwortung sieht Mitterlehner inzwischen auch die Mitarbeiterinnen durch die ständige Thematisierung belastet.

Auf die Frage des INVO.report an Albert Sprung, ob es seinerseits noch Anmerkungen zur Beantwortung seiner Anfrage am Dienstag gebe, beharrt Sprung darauf, dass die Rattenkadaver zu beseitigen seien  und „vollständige hygienische Klarheit“ bestehen müsse. Da in der Sache keine neuen Ergebnisse zu erwarten sind, bleibt wohl abzuwarten, ob das Thema weiter am Köcheln gehalten wird.

Ein Gedanke zu „Ein Rattenschwanz an Kindergarten-Meldungen

  1. Albert Sprung

    Unstrittig ist: Den Rattenbefall hat die Gemeinde bestätigt. Unstrittig ist auch: Es gab Verwesungsgeruch während der Kindergarten ganz normal weiter betrieben wurde. Genau deshalb ist die zentrale Frage nicht, ob das Thema unangenehm ist, sondern welche konkreten Maßnahmen getroffen wurden, insbesondere, warum keine Entfernung der Rattenkadaver erfolgte und welche Informationen der BH Gmunden tatsächlich weitergegeben wurden.

    In einem Telefonat mit der BH Gmunden wurde mitgeteilt, dass dort der Rattenbefall an sich bekannt war. Offenbar lagen dort jedoch keine Informationen darüber vor, dass es Hinweise auf Biss-, Kot- und Urinspuren in den höchst sensiblen Bereichen wie Küche und Gruppenräumen gegeben hat und dass dort sogar gelagerte Lebensmittel sowie Gegenstände wie Stofftiere betroffen waren.

    Solange nicht vollständig offengelegt wird, welche Informationen wirklich an die BH weitergegeben wurden und welche Maßnahmen tatsächlich gesetzt wurden, bleibt der Verweis auf „keinen weiteren Handlungsbedarf“ nur eingeschränkt aussagekräftig.

    Gerade in einem so sensiblen Bereich wie dem Kindergarten braucht es volle Aufklärung und Transparenz.

    Und ganz ehrlich gesagt: Bisher hat mir noch kein Einziger gesagt, die Rattenkadaver kann man ruhig dort im Gebäude lassen, sondern ganz im Gegenteil, die muss man schleunigst entfernen. Und mir sagt das auch der Hausverstand.

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