Fröhlich qualmende Reifen in Vorchdorf

18. März 2026
Kommentar von Michael Praschma

Achtung, hier kommt ein Spaßverderber, so ein linksgrün versiffter Alles-verbieten-Radikaler. Nichts darf man mehr. – Genau! Sagen wir es mal behutsam: Man muss nicht alles haben. Auch wenn es manche zu begeistern scheint.

Facebookbeitrag vom 9. März 2026 (Bildschrimfoto)

Am vergangenen Sonntag fand, Ankündigungen zufolge, in der Nähe der Nahwärme Vorchdorf eine „Monster Truck Show“ statt. 90 Minuten fliegende Autos und qualmende Reifen waren versprochen, und es sollte auch laut sein dürfen. Wer nicht auf entsprechenden Seiten bei Facebook oder Instagram unterwegs ist oder bunte Plakate an Laternenmasten ignoriert, hat davon vielleicht gar nichts mitbekommen.

Aber die Resonanz war ordentlich: Allein der abgebildete Facebookbeitrag zählt mit Stand heute 56 Likes, wurde 91-mal geteilt und bekam 83 Kommentare – durchweg begeistert, eigenartigerweise überwiegend fast wortgleich („Mein Sohn würd sich sehr freuen.“) Die Bilder dazu verrieten unmissverständlich, was zu erwarten war. Ich hätte da nicht hinwollen.

Damit keine Missverständnisse aufkommen: Na klar ist das ein Spektakel, eine Gaudi, eine Sensation. Nur zu übertreffen vom Begaffen einer Massenkarambolage von der Autobahnbrücke herab. Der vermeintliche (!) Unterschied: Hier gibt’s keine Toten und Verletzten, man muss sich seiner Gier nicht schämen. Obwohl, ganz schlecht stehen die Chancen auch dafür nicht. Wer „Monster Truck Show Unfall“ googelt, wird reich belohnt. Das trifft mitunter auch Kinder.

Ziemlich aus der Zeit gefallen

Aber es geht um noch etwas anderes. Hier wird ja eine Obszönität abgefeiert, nämlich die denkbar aggressivste Form von Umweltsauerei, die sich mit Autos anstellen lässt. Da wird mit Fahrzeugen maximal dreckig gefahren, nicht nur von den Motoren her, sondern auch durch absichtliches Reifenverbrennen. So gut wie jedes Manöver, das man hier zu sehen bekommt, ist im Straßenverkehr aus sehr guten Gründen verboten, unter anderem eben, um klima- und umweltschädliche Emissionen zu minimieren.

Für eine Gemeinde mit einer einstimmig beschlossenen Klimaschutzstrategie stellt sich die Frage – nein, die stellt sich nicht, die beantwortet sich ganz logisch von alleine: Eine solche Veranstaltung passt nicht hierher, sie passt nicht in die Zeit, und sie sendet ein völlig falsches Signal, nämlich: Juhu, wir lassen die Sau raus, ohne Rücksicht auf irgendwas. Das scheinen all jene, die unbedingt ihren Kindern diesen Spaß vorführen wollen, völlig auszublenden. Spaßgesellschaft? Es gäbe aber auch genug Spaß, der keinen Schaden anrichtet. Wer hast das eigentlich genehmigt?

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