Kill April, April!

2. April 2026
Zwischenruf zum gestrigen Datum

Wo war jetzt heuer der Aprilscherz des INVO.reports? Tatsächlich gab es keinen. Wieso denn bloß nicht? Das ist eine gute Frage, und wie immer haben wir uns auch dazu Gedanken gemacht, über die wir selbst ein bisschen erstaunt sind.

1. April 2025: Wie verrückt können Planungen sein?

Unser Einfall von vor einem Jahr, dass – vermeintlich – ein „Joe-Tower“ auf dem 1-Euro-Grundstück errichtet werden soll, hat nicht wenig Wirbel gemacht und wurde, wie das ja auch sein soll, von manchen erstmal für bare Münze genommen. Also ein „April, April“ wie aus dem Lehrbuch journalistischer Satire. Ein Uraltklassiker dieser Gattung kommt aus dem Jahr 1975, produziert von der BBC. Das Video zeigt die „Spaghetti-Ernte“ in der Schweiz. Grandios!

Die Wirklichkeit ist von Satire nicht mehr unterscheidbar

Kabarettist:innen klagen seit geraumer Zeit, dass Phänomene wie Trump so absurd (gleichzeitig aber so erschreckend) seien, dass Satire zunehmend an ihre Grenzen stößt. Nun erwartet man auf der Bühne aber auch nicht unbedingt, die Realität 1:1 abgebildet zu bekommen. Bei der Zeitung oder den Weltnachrichten vom Bildschirm sehr wohl. Allerdings – tatsächlich?

Tatsächlich müssen auch seriöse Medien immer öfter Nachrichten als unbestätigt oder unbestätigbar kennzeichnen. Und unseriöse Medien verbreiten ohnehin, was ihnen in den Kram passt. Umfragen ergeben dementsprechend, dass das Vertrauen in Medien dramatisch abgenommen hat. Das ändert nun die Existenzgrundlage auch für Aprilscherze. Sie „fallen aus der Zeit“, wie der ORF gestern, eben am 1. April, festgestellt hat. Und besagte BBC erklärt dort mit einem Zitat vom letzten Jahr, warum sie Abstand von Aprilscherzen genommen hat:

„Fake News zu veröffentlichen, um die Leser gezielt zu täuschen, und dann zu behaupten, das Ganze sei nur ein Scherz, funktioniert nicht wirklich gut, wenn man den Rest des Jahres damit verbringt, darauf herumzureiten, wie wichtig verlässliche Fakten sind“.

Das hatten wir noch nicht einmal gelesen, als uns gestern beim Versuch, auf den letzten Drücker noch ein Vorchdorfer „April, April“ in die Tasten zu klopfen, bei mehreren Anläufen eben dieses schale Gefühl beschlich: Es passt irgendwie einfach gerade nicht. Tempo 30 im ganzen Gemeindegebiet wegen der Ölpreiskrise zum Beispiel. Es funktioniert auch hier gerade nicht gut, oder?

Mal sehen, entweder es kommen auch mal wieder bessere Zeiten, oder es passiert etwas im Ort, worüber man sich dann doch wirklich gut lustig machen kann – derweil bleiben wir bei der „besten verfügbaren Wahrheit“, um so zur Rettung des gegenseitigen Vertrauens beizutragen.

 

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