19. April 2026
Was macht Künstliche Intelligenz (KI) im Vorchdorfer Museum? KI ist doch weder regional noch museal. – Aber sie kann historische Objekte in Museen so präsentieren, wie man sie nie zuvor gesehen und erlebt hat. Die Sonderausstellung „Museum meets KI“ im Museum der Regionen ist noch bis Ende Juni geöffnet.
Wenn man sich endlich losgerissen hat von der Videoinstallation mit KI-generierten Animationen von historischen Fotos und bekannten Vorchdorfer Szenen, dann sind das „Normalste“ in dieser multimedialen Schau noch die Tafeln, die knapp und informativ zusammenfassen, was KI ist, wie sie das, was sie kann, lernt, wo ihre Grenzen und Risiken liegen und wie man verantwortungsvoll damit umgehen kann. Zum Beispiel, indem man sie nicht unnötig nutzt – sie verbraucht nämlich massenhaft Energie.
Sende eine Nachricht mit dem Feldfernsprecher

Dieses Feldtelefon lässt sich virtuell bedienen.
Die Kuratoren der Sonderausstellung, Martin Fischer und Marcel Kaiser, haben mithilfe der KI Claude Code mehrere neue KIs entwickelt. Am Beispiel des ersten Exponats, eines militärischen Feldfernsprechers, wie er noch im 2. Weltkrieg verwendet wurde, erläutert: Claude erkennt anhand nur weniger Fotos nicht nur alles Wissenswerte über das alte Stück, sondern erfindet auch eine Geschichte aus der Zeit seiner Verwendung und erlaubt über einen vor der Vitrine scanbaren QR-Code (Smartphone mitbringen!), interaktiv mehr über die praktische Verwendung zu erfahren.
Bonusfunktion für das Museum selbst: Die Anwendung analysiert aus den Fotos unter anderem, in welchem Erhaltungszustand sich das Objekt befindet und ob bzw. welche Maßnahmen zur Restaurierung und Konservierung empfohlen sind. So geht es durch eine ganze Reihe von Vitrinen mit unterschiedlichsten Ausstellungsstücken, vom alten Jagdstock über die Weltkriegspropaganda-Zündholzschachtel bis zum Detektor-Radio (sehr schöne Bastelarbeit).
Die Dimension dessen, was KI für menschliche Arbeit schon heute bedeutet, wird deutlich, wenn Martin Fischer erwähnt, dass die Entwicklung der hier eingesetzten Apps vor dem Einsatz von KI fünf Jahre gedauert hätte und rund 2,4 Millionen Euro an Programmiererkosten wert gewesen wäre. Erkauft wird dieser Fortschritt allerdings mit dem erheblichen Risiko, dass selbst den Entwicklern der neuesten KIs die Kontrolle darüber völlig entgleitet, was diese Technologie in der realen Welt anzustellen vermag.
INFO:
Geöffnet donnerstags 11–17 Uhr
(an Feiertagen geschlossen)
sowie auf tel. Anfrage: 0676 / 898 655 578
bis 30.6.2026
Ausstellungsseite
Martin Fischer hat auch vorchdorf.app online gestellt, eine Informations- und Serviceplattform für Vorchdorf und Umgebung.
