Tafel zum Stolperstein am Schlossplatz: lebendiges Gedenken

29. April 2026

Vor dem Eingang zum ehemaligen Kirchenwirt ist seit vergangenem Herbst ein sogenannter Stolperstein im Boden eingelassen. Er erinnert an die Burgenland-Roma, die in der Nazizeit Zwangsarbeit an der Autobahn leisten mussten. Auf Initiative der neuen Eigentümerfamilie des Gebäudes kam nun noch eine Gedenktafel hinzu.

Erinnerungskultur gefördert: (v.l.n.r.) Metallkünstler Markus Moser, Zeithistoriker Bruno Schernhammer, Hauseigentümer Herbert Huemer

Im vergangenen Winter beschlossen Herbert und Elisabeth Huemer, die Erinnerung an die Ereignisse jener Zeit, die bei der Einweihung ausführlich geschildert worden waren, zusätzlich durch eine Tafel am Haus wach zu halten. Der Metallkünstler Markus Moser erstellte unentgeltlich eine Messingtafel mit dem erläuternden  Text zum Stolperstein.

Dabei blieb es nicht. Seit Oktober 2025 stellen unbekannte Personen regelmäßig Blumen und eine Laterne mit Kerze zu Stolperstein und Messingtafel. Das sei lebendige Erinnerungsarbeit, freut sich der Autor Bruno Schernhammer, der den Einsatz von Roma und Sinti beim Autobahnbau recherchiert hat.

„Stolperstein zu Ihren Füßen …“

lautet der Beginn der Inschrift auf der neuen Tafel, und weiter: „Der 1903 geborene Burgenlandrom Peter Horvath, Zwangsarbeiter beim Reichsautobahnbau in Vorchdorf, wurde mit anderen Roma im März 1941 zu weiterer Sklavenarbeit ins Zigeuneranhaltelager Weyer im Innviertel verfrachtet und mit tausenden Sini und Roma aus Österreich im Winter 1941/42 in Litzmanstadt/Łódź umgebracht. Seine letzte zivile Meldeadresse vor dem Lager und dem Ghetto im besetzten Polen war hier in diesem Haus.“

Im März 2026 stellten die Grünen im Gmundner Gemeinderat den Antrag, auch dort drei Stolpersteine zu verlegen. Der Antrag wurde mehrheitlich angenommen.

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