16. Mai 2026
Die ersten Pläne für Sanierung und teilweisen Umbau des Schulkomplexes, das Projekt „Bildungscampus“, stammen aus dem Jahr 2013, entwickelt unter Bürgerbeteiligung. Über viele der damaligen Ideen ist die Zeit hinweggegangen. Ambitioniert ist dennoch, was diese Woche bei der Bauverhandlung vorgestellt wurde.

Die „Neue Mitte“ des geplanten Bildungscampus‘ in der ursprünglichen Vision (Bild: archgp.at)
Es ist ein Mammutvorhaben, das nun, nach Beschluss des Finanzierungsplans durch den Gemeinderat tatsächlich Fahrt aufnimmt. Die Bauverhandlung erlaubte auch der Öffentlichkeit einen ersten Blick auf den aktuellen Stand dessen, was sich die Architekten entsprechend den formuierten Anforderungen – und natürlich den zur Verfügung stehenden Geldern – ausgedacht haben.
Verantwortlich ist die ARGE Steinkellner und Partner – GP Architekten ZT GmbH. Auf den verlinkten Seiten der beiden Architekturbüros lassen sich verschiedene aktuelle Planansichten sowie Grund- und Aufrisse des Bildungscampus‘ aufrufen.
Die „Neue Mitte“ als verbindendes Element
Umbau und Weiterentwicklung des bestehenden Schulstandorts zu einem modernen Bildungscampus für Volksschule, Mittelschule, Polytechnikum und Musikschule – das ist das allgemeine Projektziel, bei dem eine funktionale, pädagogisch zeitgemäße und nachhaltig nutzbare Schulstruktur entstehen soll.
Großteils erhalten, aber umfassend saniert werden die bestehenden Außenflügel des Komplexes. Abgerissen und erneuert wird vor allem der Mitteltrakt. Hier entsteht als hauptsächliche Neuerung ein verbindender Bauteil unter der Bezeichnung „Neue Mitte“. Sie dient einer besseren Orientierung, soll Begegnung ermöglichen und Zusammenarbeit im Campus fördern. Die „Neue Mitte“ umfasst
- die zentrale Aula als Begegnungszone
- Küche und Essbereich
- Räume für Nachmittagsbetreuung
- Bereiche der Musikschule
- den neuen gemeinsamen Haupteingang
Aktuelle Brandschutz- und Sicherheitsvorschriften können durch den Umbau berücksichtigt werden, etwa durch neue Fluchtwege. Unter ökologischen Aspekten war auch die Umweltanwaltschaft des Landes eingebunden; von dieser Stelle gab es keine Einwände.
Architektur schafft innen und außen Raum für zeitgemäße Pädagogik
Herkömmliche sogenannte Gangschulen gelten wegen ihrer starren Raum-Funktionen als überholt. Die platzraubenden Gänge dienen überwiegend nur als Verkehrsflächen ohne pädagogischen Nutzen. Stattdessen sollen offene Lernzonen („Marktplätze“), Kommunikationsbereiche sowie Freibereiche und Außenklassen enstehen. Das räumliche Konzept soll moderne Lehr- und Lernformen fördern. Volksschule und Mittelschule behalten eigene Bereiche, werden aber zentrale Einrichtungen gemeinsam nutzen. Die Musikschule ist in das Gesamtkonzept integriert.
Das Verkehrsaufkommen draußen soll weitgehend gleich bleiben, und auch die bestehende Bus- und Parkplatzstruktur bleibt erhalten. Erweitert bzw. neu organisiert werden dagegen die Fahrradabstellplätze. Was die Grünflächen betrifft, soll ein Großteil der vorhandenen Bäume erhalten bleiben. Neue Begrünungen und Aufenthaltsbereiche sollen die Flächen ergänzen.
Wie läuft das ganze ab?
Die Arbeiten zur Vorbereitung und Errichtung des Ausweichquartiers im Pfarrgarten für die Bauphase haben bereits begonnen. Die ersten Container sollen am 7. Juni geliefert werden und zunächst für die Volksschule ab Schuljahresbeginn 2026 für zwei Jahre zur Verfügung stehen, danach ein Jahr für die Mittelschule. Sie werden danach wieder von der Gemeinde verkauft. Im September 2029 soll der Bildungscampus fertig sein.
Die beteiligten Schulen unterstützen das Projekt als zukunftsorientierte Weiterentwicklung des Schulstandorts und erwarten davon eine deutliche Verbesserung der Lern- und Arbeitsumgebung. Begrüßt wird die Kombination aus Sanierung und Neubau, die eine effiziente Nutzung bestehender Ressourcen ermöglicht.
