31. Mai 2026
Stimmungsaufgehellter Vernissagenbericht
von Michael Praschma
Die heutige Ausstellungseröffnung von Galerist Erich Spitzbart im Schloss Hochhaus und der Galerie Tanglberg öffnete den Blick auf eine große Bildervielfalt – von Alten Meistern bis zu Schülerarbeiten aus vergangenen Sumsi-Wettbewerben der Raika. Die Einführung bei der Vernissage war ein Kapitel für sich.

Launig vom leicht schrägen Pult doziert: Erich Spitzbart leitet ein
Es ist immer das gleiche, wenn auch jedes Mal anders: Wer sich die gar nicht langen, geschweige denn langweiligen einführenden Worte bei diesen Eröffnungen gibt, hat das außerordentliche Vergnügen nicht selten kabarettreifer, dabei aber lehrreicher und überraschender Vorträge. Erich Spitzbart ist dabei auch einer, der – mit feinem Florett – austeilen kann. Dass diesmal auch Kinderbilder in der Ausstellung sind, nahm er etwa zum Anlass, die Verschandelung des Ortsbilds auf die unheilige Allianz von Bau- und Bürgermeistern zurückzuführen, die in mangelhaftem schulischem Kunstunterricht nie ein Auge für Formen, Proportionen und Ästhetik entwickeln konnten, sondern eher nur „Malen nach Zahlen“ gelernt haben. Überhaupt, meinte Spitzbart, wirkten Galerien und Museen bei häufigerem Besuch stimmungsaufhellend, besonders in so schlechten Zeiten wie jetzt, und in manchen Ländern gebe es Museumseintritt sogar auf Rezept. Bei Migräne empfehle er Alfred Kubin.
Als „Spitzbub vom Tanglberg“ bezeichnete Josef Aigner den Galeristen – und zwar, weil der ihm strikt untersagt hatte, in seiner Einführung den Namen „Spitzbart“ zu erwähnen, und schon gar nicht lobend. Aigner, lange als Kulturredakteur der Salzkammergut Zeitung Begleiter der Galerie Tanglberg, würdigte unter anderem des Spitzbuben zeitweilige Rolle als Juror der Sumsi-Malwettbewerbe der Raika, die wenig überraschend nach einigen Jahren wegen wohl zu wenig konformer Bewertungskriterien wieder endete – aber immerhin genug Bildmaterial in Händen Spitzbarts übrig ließ, um den ganzen roten Raum der Ausstellung damit zu füllen. Ein kurzweiliger Anekdotenreigen aus 40 Jahren Galeristenleben durchzog diesen Teil der Einführung vor heftig schmunzelndem Publikum.
Ein Trump für 2 Millionen
Die Ausstellung selbst – da müsste man einen Prospekt vollschreiben. Spitzbarts wohlgefüllter Fundus an Werken ließe ja weit häufigere Ausstellungen zu, auch ohne Leihgaben. Alte Meister, immer reizvoll. Daneben die erwähnten Schüler:innenzeichnungen und im grünen Raum das abwechslungsreich aufbereitete Thema Köpfe, wo unter anderem mit feiner Ironie nebeneinander gehängt, ein Ecce homo mit dem Christus aus dem Jahr 1684, eins mit Trump (ausgewiesener Kaufpreis, wohl der höchste in der Galeriegeschichte, 2 Milionen Euro) und eins, dessen Nachbarschaft zum US-Präsidenten für Deutungen jedenfalls Platz lässt.

Vor über 175 Jahren jedenfalls eine Idee von Walren, die heute obsolet wäre.
Der Rest bunt gemischt, aber es lohnt sich, dafür Zeit zu erübrigen, und schließlich – oder auch ganz am Anfang – der ganze Gang voller kolorierter Tier-Stiche aus einem Naturgeschichte-Lehrbuch für Schulen aus dem Jahr 1849, „treu theils nach der Natur, teils nach den ausgezeichnetsten zoologischen Bildersammlungen gezeichnet, fein und getreu colorirt“. Auch das ein Unikum.

Die Sumsi-Kinderbilder stammen etwa aus den 80er Jahren.



