19. Juni 2026
Was wünschen sich Kinder für ihre Gemeinde? Welche Ideen haben sie für öffentliche Plätze, Freizeitangebote oder das Zusammenleben? Mit diesen Fragen beschäftigten sich die Kinder der 3. Klassen Volksschule im Rahmen des Kinderbeteiligungsprojekts „Kinder.gestalten.Zukunft“.
Bei der Kinderkonferenz am 17. Juni in der Kitzmantelfabrik präsentierten die Kinder ihre Ideen nun geladenen Firmen, Vereinen, Vertretern aus der Ortspolitik und den stolzen Eltern.
Kinder als Expertinnen und Experten ihrer Lebenswelt
Begleitet wurden die Workshops von Bürgermeister Johann Mitterlehner, Amtsleiter Paul Aberl, den Projektleitern von Agenda.Zukunft sowie deren Regionalmanagerin Mag. Magdalena Schneiderbauer, Direktorin Michaela Ohler und den Lehrkräften. Sie zeigten sich beeindruckt vom Interesse und der aktiven Mitarbeit der Kinder.
Mag. Schneiderbauer erklärt: „Dass das Land Oberösterreich das Projekt fördert, hat einen guten Grund: Kinder bringen einen wertvollen Blick auf ihre Gemeinde mit und können wichtige Impulse für deren Weiterentwicklung geben.“
Neben konkreten Ideen für die Gemeinde standen auch persönliche Erfahrungen und Lernprozesse im Mittelpunkt. Die Kinder wurden ermutigt, ihre Meinung zu äußern, kreativ zu denken und gemeinsam Lösungen zu entwickeln. Sie entwickelten Vorschläge, diskutierten Möglichkeiten und zeigten eindrucksvoll, wie aufmerksam sie ihre Umgebung wahrnehmen.
Für Michaela Ohler ist wichtig „Kinder sollen mitgestalten können und in ihrer Gemeinde eine Stimme bekommen.“ Für die Lehrkräfte war besonders spannend, die Gemeinde einmal aus der Perspektive der Kinder kennenzulernen. Sie zeigten sich beeindruckt über die Vielfalt und Kreativität der eingebrachten Ideen. Durch das Projekt wurde Selbstständigkeit gefördert und Herausforderungen gemeinsam gemeistert. Eines ist für alle klar „Es ist nie zu früh für Mitsprache. Die Kinder von heute sind die Erwachsenen von morgen.“
Kinder luden Betriebe selbst ein
Ein besonderer Aspekt des Projekts war die Einbindung örtlicher Politik, Unternehmen und Vereine. Die Kinder gestalteten ihre Einladungen selbst und luden zahlreiche Betriebe ein, ihre Ideen kennenzulernen und sich an deren Umsetzung zu beteiligen.
Die Resonanz fiel jedoch geringer aus als erhofft. Umso erfreulicher ist es, dass sich dennoch einige Vereine und Unternehmen bereit erklärt haben, konkrete Projekte gemeinsam mit den Kindern umzusetzen.
Erste Ideen werden umgesetzt
Alle Gruppen stellten ihre Projekte vor und freuten sich über die Übernahme durch die Projektpaten. Damit die Kinder erleben können, dass ihre Vorschläge ernst genommen werden, sollen sie auch weiterhin eingebunden bleiben. Geplant ist, die Kinder regelmäßig über den Fortschritt der Projekte zu informieren, sie in die Umsetzung einzubeziehen oder sie zu Besichtigungen einzuladen.
Die Projekte und Projektpaten
Die erste Gruppe stellte Ideen für eine attraktivere Gestaltung unserer Spielplätze und Sportstätten vor. Schaukel für Kleinkinder, eine Röhrenrutsche für die größeren Kinder, einen weiteren Volleyballplatz mit höhenverstellbarem Netz,… die Gemeinde bestätigte zwar nicht direkt die Übernahme der Vorschläge, lud die Kinder aber dazu ein, sich die bereits begonnenen Umbauten anzusehen und gemeinsam Überlegungen anzustellen.
Der Siedlerverein, vetreten durch Paul Aberl, übernimmt gemeinsam mit den Kindern im Werkunterricht die Gestaltung einer der Relax-Liegen, die künftig das Ortsbild an der Laudach verschönern und zum Verweilen einladen soll.
Mit den Fotos, die die Kinder bei ihrem Rundgang durch die Gemeinde gemacht haben, sollen Erwachsene auch in Zukunft sensibilisiert werden. Die Firma Miba Sinter Austria und die Otelo eGen werden die Fotos in der Kulturvilla und dem Firmensitz aushängen. Außerdem werden auch die Türen des Kulturhauptstadtprojekts weiterverwendet.
Um für mehr Sicherheit am Pumptrack zu sorgen, werden die Naturfreunde mit den Kindern Richtungspfeile auf der Strecke aufmalen. Die Firma Palman wird dafür die Farben zur Verfügung stellen. Damit die Bälle nicht mehr ständig durch die kaputten Fußballtore auf den Pumptrack rollen, hat unser Bürgermeister zugesagt, dass sich um neue Netze für die Tore gekümmert wird.
Für den Bahnhof gab es ebenfalls einige Verbesserungsvorschläge. Da es bereits konkrete Umbaupläne gibt, hat die Firma Stern & Hafferl die Kinder zu einem gemeinsamen Begehungstermin eingeladen, bei dem den Kindern die geplanten Maßnahmen vorgestellt werden.
Beim V-Center haben die Kinder darauf hingewiesen, dass die Verkehrslage für Kinder nicht ausreichend gesichert ist. Sie wünschen sich einen Zebrastreifen um die hier sicher die Straße queren zu können. Bürgermeister Mitterlehner warf ein, dass dies eine Landesstraße ist und die Gemeinde hier nur sehr bedingt handlungsfähig ist. Der Vorschlag wird aber im Herbst dem Bau- und Straßenausschuss übergeben.
Zu guter Letzt wünschen sich die Kinder mehr Sauberkeit, vor allem auf den Spielplätzen. Angelehnt an den Drachenspielplatz baute eine Gruppe einen Prototypen in Form eines Drachenmülleimers. Martin Hollinetz hat auf Basis dessen erste Versuche mit einem 3D-Drucker gestartet. Er und die Firma Miba Sinter haben sich bereit erklärt, sich um dieses Projekt anzunehmen. Wer weiß, vielleicht greifen schon bald an mehreren Stellen in unserer Gemeinde die Mülldrachen um sich.
Mehr als nur einzelne Projekte
Das Projekt „Kinder gestalten Zukunft“ zeigt, dass Kinder nicht nur kreative Ideen haben, sondern auch Verantwortung übernehmen möchten, wenn man ihnen die Möglichkeit dazu gibt. Gleichzeitig lernen sie, dass Beteiligung, Zusammenarbeit und demokratische Mitbestimmung etwas bewirken können.
Die vielen Vorschläge, die Begeisterung der Kinder und die nun beginnende Umsetzung machen deutlich: Wer Kinder ernst nimmt, gewinnt wertvolle Perspektiven für die Zukunft einer Gemeinde. Und genau darum geht es bei „Kinder gestalten Zukunft“.

Ich muss leider dem Herrn Erich Spitzbart zu 100 %
rechtgeben. in Vorchdorf wurden Jahrhunderte alte Gasthäuser und andere Bauten, die von Kultur nur so strotzten, durch banale Architektur ersetzt. Dieses Fresko aus einer anderen Zeit gehört unbedingt erhalten!