Jetzt tatsächlich: Laudach dürr – und was ist mit dem Ortswasser?

23. Juli 2026

Etliche Vorchdorfer:innen mit eigenem Hausbrunnen machen sich bereits Sorgen. Die klimatisch bedingte extreme Trockenheit hat vielerorts jetzt schon zu stark gesunkenen Grundwasserständen geführt, wie auch der Hydrographische Dienst des Landes mitteilt. Wie sieht es aber mit der Sicherheit der Trinkwasserversorgung durch die Ortswasserleitung aus?

Erst im letzten Herbst streifte der Gemeinderat die Frage der Versorgungssicherheit im Zuge der neu zu beschließenden Wasserleitungsordnung. Um den Erhalt des großen Löschwasserspeichers mit rund 100 Kubikmetern Fassungsvermögen am Grundstück Bahnhofstraße 14 ging es in einem Zusatzantrag der Liste Vorchdorf. Der Speicher würde mit dem dort entstehenden Neubau vernichtet.

Laudach Vorchdorf

Dürre Laudach beim Schlossplatz – gerade noch wasserführend, anders als die Äußere Laudach.

Der Antrag fand außerhalb der eigenen Reihen keine Zustimmung und scheiterte. Eines der Gegenargumente, vorgetragen von Vizebürgermeister Alexander Schuster (FPÖ): Neben den überall verlaufenden Wasserleitungen stehe ja auch die Laudach zur Wasserentnahme im Brandfall zur Verfügung. Zumindest dieses Argument ist schlecht gealtert. Denn derzeit fließt in der äußeren Laudach gar kein Wasser mehr, die Dürre Laudach macht ihrem Namen immerhin auch Ehre. Was aber ist mit der Ortswasserleitung?

Theuerwanger Forst: Entwarnung aus Linz

Äußere Laudach bei Weidach

Die Grundwasserverseuchung im Ortsgebiet im Mai 1993 war der letzte Anstoß, eine zentrale Wasserversorgung in Angriff zu nehmen – Überlegungen dazu hatte es seit 25 Jahren gegeben. Schon ein knappes Jahr später fand die Wasserrechtsverhandlung dazu statt. Seither kommt für alle angeschlossenen Haushalte – unter anderem im gesamten Ortzszentrum – das Wasser aus dem Theuerwanger Forst.

Die Anlage dort wird heute von der Linzer WDL – Wasserdienstleistungs-GmbH betrieben, einem Tochterunternehmen der Energie AG, mit der die Gemeinde einen Vertrag hat. Jährlich bezieht Vorchdorf von dort derzeit rund 180.000 Kubikmeter Wasser im Jahr, das ist nicht ganz ein Fünftel der Wassermenge, für die insgesamt der Konsens (vulgo: eine Genehmigung) besteht. Andere Gemeinden, bis ins Kremstal hinein, werden ebenfalls von hier versorgt.

Der Grundwasserstand unter der Anlage ist im langjährigen Mittel stabil; Aufzeichnungen gibt es seit den 80er Jahren. Eine Absenkung hat die WDL 2022/23 verzeichnet, danach hat sich der Pegel wieder erholt. Derzeit steht man bei 40 Zentimetern tiefer als normal. Das entspricht aber nicht einmal 2 Prozent der Mächtigkeit des Grundwasservorkommens von 25 Metern. Dieses Vorkommen geht bis auf eine Tiefe von 50 Metern, also über 20 Meter unter dem Almniveau. Vor diesem Hintergrund sieht die WDL noch keinen Anlass, über Maßnahmen im Zusammenhang mit einer eventuellen Wasserknappheit nachzudenken.

3 Kommentare zu „Jetzt tatsächlich: Laudach dürr – und was ist mit dem Ortswasser?

  1. Peter Grundner

    EIN MANDAT MACHT MICH NICHT ZUM EXPERTEN.

    Ich habe heute lange über Euren Artikel bzw. auch den von Albert Sprung nachgedacht,
    Die Laudach führt an manchen Stellen praktisch kein Wasser mehr.
    Und ziemlich schnell kommt bei solchen Themen wieder die politische Schublade.

    „Das ist doch ein Thema der Grünen.“
    „Warum beschäftigt sich ein Roter damit?“
    „Das sagt doch auch die Liste.“

    Ganz ehrlich?
    Mir ist vollkommen egal, welche Parteifarbe eine richtige Frage hat.
    Ich bin Sozialdemokrat.
    Ich bin Familienvater.
    Ich lebe hier.
    Und ich mache mir Gedanken darüber, welche Gemeinde, welche Umwelt und welche Lebensbedingungen wir unseren Kindern einmal hinterlassen.
    Und dabei beschäftigt mich zunehmend noch etwas anderes:

    Wie selbstverständlich wir Politiker manchmal über Dinge entscheiden, von denen wir selbst gar nicht genug verstehen können.

    Ein Mandat macht niemanden zum Wasserexperten.
    Nicht zum Energieexperten.
    Nicht zum Umwelttechniker.
    Nicht zum Brandschutzexperten.

    Auch mich nicht.

    Und trotzdem haben unsere Worte Gewicht. Wir stimmen ab. Wir entscheiden. Und manchmal haben diese Entscheidungen Auswirkungen über Jahrzehnte.
    Genau deshalb lässt mich die Diskussion um den ehemaligen Löschwasserbehälter in Vorchdorf nicht los.
    Damals fiel sinngemäß das Argument: Wir haben ja auch die Laudach.

    Heute sehen wir: Auch auf etwas, das gestern selbstverständlich erschien, kann man sich morgen vielleicht nicht mehr selbstverständlich verlassen.

    Und ich sage bewusst dazu:
    Auch wir als haben uns damals enthalten.
    Ich möchte das nicht schönreden.
    Denn auch eine Enthaltung befreit uns nicht von der Verantwortung, uns heute zu fragen:
    Haben wir genug nachgefragt?
    Hatten wir wirklich alle notwendigen Informationen?
    Haben wir ausreichend Fachwissen beigezogen?
    Genau diese Fragen wünsche ich mir viel öfter in der Politik.
    Denn Vorchdorf ist kein Einzelfall.
    In Ohlsdorf wird darüber diskutiert, wie mit zehntausenden Tonnen alter Reifen langfristig umgegangen werden soll.
    In Kronstorf entsteht ein Rechenzentrum von enormer Dimension. Es geht um Zukunftstechnologie, Arbeitsplätze und Digitalisierung – aber gleichzeitig auch um Energie, Wasser, Boden, Abwärme und die Auswirkungen auf eine ganze Region.
    Und nein:
    Ich bin nicht gegen Fortschritt.
    Ganz im Gegenteil.
    Aber Fortschritt darf für mich niemals bedeuten:
    „Wird schon gutgehen.“ Ich stell mir auch die Frage was bedeutet Fortschritt ? Ist es nicht mehr Fortschritt unsere Strategien so anzupassen das wir einen Planeten haben auf dem wir lange und erfolgreich miteinader Leben können ? Ist es Fortschritt einem US Konzern Fläche für Rechner zur Verfügung zu stellen, die wieder in ein Monopol und eine Abhängigkeit führt ? Ist es vielleicht Fortschritt ein Europäisches KI Forschungs Rechnungszentrum in Kronstorf anzusiedeln und nicht einen US Konzern ?

    Bei Projekten, die Generationen betreffen können, müssen wir genauer hinschauen als bei Entscheidungen, die morgen wieder rückgängig gemacht werden können.

    Unabhängige Fachleute.
    Transparente Unterlagen.
    Ehrliche Varianten.
    Umweltprüfung dort, wo die Dimension sie verlangt.
    Klare Auflagen.
    Und auch die Bereitschaft, eine Entscheidung noch einmal zu hinterfragen.
    Vielleicht ist das auch das Politikerbild, das ich mir selbst abverlangen möchte:
    Nicht jener zu sein, der zu allem sofort eine Antwort hat.
    Sondern einer, der auch sagen kann:
    „Das weiß ich nicht.“
    „Das müssen wir prüfen.“
    „Holen wir Menschen dazu, die mehr davon verstehen als wir.“
    Und vielleicht sogar:
    „Da haben wir uns geirrt.“
    Für mich ist das keine Schwäche.
    Das ist Verantwortung.
    Umwelt hat keine Parteifarbe.
    Hausverstand hat keine Parteifarbe.
    Und die Zukunft unserer Kinder schon gar nicht.
    Ich möchte eine Politik, bei der nicht gewinnt, wer am lautesten behauptet, alles zu wissen.
    Sondern bei der am Ende die bestmögliche Entscheidung für die Menschen getroffen wird.
    Denn ein politisches Mandat gibt uns Macht zu entscheiden.
    Es gibt uns aber nicht automatisch das Wissen, immer recht zu haben.

    Peter Grundner
    Obmann SPÖ Vorchdorf

    Antworten
    1. Llewellyn Cruach

      ein KI-text. duktus und satzreihenfolgen – inklusive iterierender negationen – deuten auf chatgpt modell 5. ganz schön schad, das in einer solch bedeutsamen frage kein mensch spricht – zumal ja sowohl offen- als auch zwischenzeilig mehrfach direkt auf verantwortung verwiesen wird.

      ich bin weder ein politischer gegner noch kenne ich den mann, der hier seine verantwortung und also das verfassen des textes einer KI übergab. dieses verhalten zeigt selbst, was der text bei anderen ankreidet: nicht-wahrnahme von verantwortung.

      darüber sollten wir nachdenken. intensiv. darüber, wie wir unseren kindern dereinst erklären werden: „ja, wesentliche dinge haben wir nicht selbst durchdacht. wir überließen das der KI.“ und in folge davon: „ja, auf lange sicht haben wir dadurch das denken verlernt.“

      schöne neue welt. wir lassen die KI das machen. wozu? um zeit zu sparen? wir sparen also zeit daran, uns mit unserer zukunft zu befassen?
      leute…

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      1. Peter Johannes Grundner

        Danke für die Sorge um mein Denken und meine Menschlichkeit. Ich kann beruhigen: Beides ist noch vorhanden. 😉

        Ja, ich nutze ChatGPT als Werkzeug – vor allem, um per Spracheingabe festgehaltene Gedanken zu ordnen sowie Rechtschreibung und Satzbau zu überprüfen. Die Beobachtungen an der Laudach, die Gespräche mit Betroffenen, meine Haltung und meine Forderungen stammen von mir. Genauso wie die Verantwortung dafür.
        Etwas schmunzeln musste ich über die erstaunlich genaue Ferndiagnose „ChatGPT Modell 5“ anhand von „iterierenden Negationen“. Im Kommentar selbst finden sich Formulierungen wie „kein Mensch“, „weder … noch“, „Nicht-Wahrnehmung“ und „nicht selbst durchdacht“. Nach derselben Methode wäre also auch dieser Kommentar KI-verdächtig. Das behaupte ich ausdrücklich nicht – es zeigt lediglich, wie wenig belastbar solche Ferndiagnosen sind. Durchgängige Kleinschreibung, Rechtschreibung und fehlende Leerzeichen sprechen erst recht dagegen.
        Viel wichtiger ist mir: Während hier mein Satzbau untersucht wird, erreichen uns mehrere Nachrichten über ausgetrocknete Hausbrunnen. Bei der Wasserentnahmestelle der Gemeinde dauert es rund 20 Minuten, um 20 Liter abzufüllen. Das ist aus meiner Sicht keine ausreichende Krisenhilfe und auch hinsichtlich der Barrierefreiheit problematisch.
        Darüber sollten wir tatsächlich intensiv nachdenken: Wie helfen wir den betroffenen Menschen, und wie sichern wir künftig unsere Wasserversorgung?

        P. S.: Auch dieser Kommentar wurde sprachlich mit KI-Unterstützung überarbeitet. Die Gedanken musste ich aber weiterhin ganz altmodisch selbst haben. 😉 Schöne Grüße wünscht Peter Johannes Grundner

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