1. August 2026
Die Konkurrenz im politischen Geschäft führt nicht selten dazu, dass Fehler unter den Tisch gekehrt werden, um sich beim Gegner keine Blöße zu geben. Ein aktuelles Gegenbeispiel zeigt, dass ein offenes Geständnis möglich ist – auch wenn die Erkenntnis erst auf Umwegen erfolgt ist.
Der Bezug zu Vorchdorf ist rein zufällig und auch nur dünn: Unser letzter Beitrag beruhte auf einer Veröffentlichung des Ebenseer Zeitgeschichte Museums. Kein Zufall war es daher, dass wir auf eine Petition zugunsten des Museums aufmerksam wurden. Gefordert wurde da, dass die existentiell wichtige jährliche Förderung durch das Bildungsministerium in Höhe von 10.000 Euro weiter gewährt wird. Sie sollte nämlich gestrichen werden.
Öffentlicher Druck war jedenfalls im Spiel
Die Nachricht erregte erhebliches mediales Aufsehen, auch weil es prominente Unterstützung unter anderem von dem bekannten Journalisten Günter Kaindlstorfer gab. Von Seiten des Bildungsministeriums unter NEOS-Mandatar Christoph Wiederkehr und auch von den NEOS Oberösterreich erfolgte kurz darauf eine heftige Gegenattacke: Fake News und Falschmeldungen seien lanciert worden, eine Streichung der Förderung habe nie im Raum gestanden, im Gegenteil, sie werde auf 12.000 Euro erhöht.

Empört: NEOS Oberösterreich am 30.7.26
Auch die offizielle Facebookseite des Bildungsministeriums dementiert:

Der Schönheitsfehler dabei: Es hat Förderansuchen gegeben, und sie wurden zunächst einmal abgelehnt, sogar wiederholt. Angeblich ist die erneute (und erhöhte) Förderung bereits am 7. Juli beschlossen worden. Nur: Das wusste in Ebensee noch niemand, und es bleibt unklar, weswegen diese Information erst veröffentlich wurde, nachdem öffentlicher Druck entstanden war. Dass die laufenden Kosten des Museums somit weiter abgesichert sind, freut den Leiter Wolfgang Quatember natürlich.
Zumindest bei NEOS Oberösterreich hat man nun aber die Konsequenz daraus gezogen, dass es in sich schon wieder ein Fehler gewesen wäre, das zu verschweigen. Man entschied, den Fehler einzugestehen und das auch öffntlich kundzutun. Schon am Freitag, also nur einen Tag nach den harschen Klagen über vermeintliche Falschmeldungen folgte ein Facebookbeitrag mit der Richtigstellung der Tatsachen.


Das ist halt wieder einmal symptomatisch und eine herausragende Eigenschaft der Neos/ÖVP etc: keine eigenen Fehler, niemals, zuzugeben…
In dem genannten Beispiel haben NEOS ja gerade einen Fehler zugegeben.