„vorchdorf.at“ – Inspektion nach 1,5 Jahren

3. September 2026

Die Website (vulgo: Homepage) der Marktgemeinde ist die wohl wichtigste Informationsquelle für alle Anliegen, die mit der Vorchdorfer Verwaltung und Ortspolitik zu tun haben. Nach einer Generalüberholung im Jahr 2024 hat der INVO.report im Februar 2025 einen Rundumcheck gemacht. Heute soll die Baustelle – denn das bleibt jede Website – erneut stichprobenartig begutachet werden.

Hier beginnt alles: Startseite der Gemeinde-Website vorchdorf.at

Anlass des erneuten kritischen Blicks auf die digitale Visitenkarte der Gemeinde: die Nachricht, dass man nun endlich auch solche Informationen direkt im Browser anschauen kann, die bisher erst umständlich heruntergeladen werden mussten. Folge 1 unseres Website-Tests vor 1,5 Jahren hatte daher die Überschrift „Waren Downloads gerade in Aktion?“ Und tatsächlich, diese Dokumente sind nun einfach anklickbar und erscheinen am Bildschirm – selbst die ältesten Gemeinderatsprotokolle.

Wermutstropfen: Die Texte sind hier (noch) nicht durchsuchbar, weil es sich um Bild-PDFs handelt. Da bedeutet, dass die Informationen in diesen Dokumenten auch nicht mit Suchmaschinen zu finden sind. Nur mit Glück gelangt man zu der Seite, die wiederum das entsprechende PDF enthält.

Nach wie vor recht aufgeräumt

Die übersichtliche Startseite ist im Wesentlichen gleich geblieben. Die Seitenleiste und die beim Drüberfahren aufklappenden Untermenüs erlauben eine rasche Orientierung. Das meiste ist gut auffindbar – allerdings nicht alles. Ein Fehler-Zufallsfund beim ersten Test ist immer noch da: In „Unser Ort“ gibt es zwei Fotogalerien; Die von Manfred Pichler reagiert nur mit einer Fehlermeldung. Der damals aus Sicherheitsgründen beanstandete Panoramarundgang auf derselben Seite ist dagegen entfernt worden.

… aber teils noch Ostereiersuche

Nicht mehr ganz so stiefmütterlich behandelt, aber immer noch schamhaft versteckt sind zwei wichtige örtliche Einrichtungen: Die Kitzmantelfabrik findet sich unter „Vereine“ (ist aber in Wahrheit keiner), das Freibad unter „Gemeindebetriebe“ und „Tourismus“. Dabei stehen kurioserweise die für Besucher:innen relevanten Angaben beim Tourismus, die Badewarte (mit Foto) bei den Gemeindebetrieben. Von ihrer Bedeutung her hätte man beide Einrichtungen als eigene Punkte im Bereich „Unser Ort“ gesucht.

Die Bediensteten der Gemeinde findet man leicht nach Abteilung oder Name. Doch wofür ist sie oder er zuständig? Was man wissen muss, aber nicht gesagt oder gezeigt bekommt: Welche Aufgaben Herr X oder Frau Y hat plus weitere nützliche Daten, das erscheint erst, wenn man den jeweiligen Namen anklickt. Die sind aber nicht als anklickbar markiert. Ja, es gibt auch eine thematische alphabetisch geordnete Liste der Zuständigkeiten. Zu der hätte man gerne einen Verweis unter dem Menü „Gemeindeamt“ – sie findet sich aber unter „Bürgerservice“. Sie gehörte wohl optimalerweise in beide Menüs.

Im Antiquitätenshop

E-Carsharing – wie wichtig ist das nun? Auf der Website wohl nicht so, denn man muss das ökologisch doch wichtige Angebot mit der Suchfunktion aufstöbern. Es ist nämlich unter den „News“ im Bürgerservice-Bereich hängengeblieben, und zwar seit Anfang 2024. Das steht zum Glück auch drunter, sonst würde man stets denken, das Projekt starte tatsächlich erst „ab April“. Die darunter verlinkten Infos zur finanziellen Entlastung gibt es nicht mehr.

Wenn doch alles noch so günstig wäre wie vor sieben Jahren … Bei Informationen, die im Geldbörserl Bewegung auslösen, hat sich seit der letzten Besichtigung der Staub vielleicht verschoben, aber – ach was, ein Beispiel: Im Bereich „Verordnungen“ findet man eine Gebührenordnung, aber Obacht, das ist das Putzkammerl. Drei Gebühren, eine von 2019, zwei von 2024. Kann das sein? Test: „Kanalgebührenverordnung per 1.1.2024“; anklicken, dann erscheint sie auch, allerdings ohne Hinweis, ob das nach fast drei Jahren noch aktuell ist. Zweifel kann man haben, denn es gibt auch noch die Seite „Gebühren“ mit den Gebühren 2026. Die Angaben dort sind aber nicht identisch.

Die Politik könnte es einem leichter machen

Wie erwähnt, Nicht durchsuchbare Protokolle des Gemeinderats und überhaupt erst ab 2019, im jeweiligen Kalenderjahr auch nicht chronologisch geordnet, das hat man bisher so gelassen, ebenso die Tagesordnungen, die nur für das laufende und das Vorjahr ersichtlich sind. Dieser Bereich ist ein Dokumentenfriedhof, weil man nichts findet, von dem man nicht von vornherein schon weiß, wo es steht.

Die Wirkung Vorchdorfs nach außen ist nicht nur ein Resultat der Politik, sondern auch der allgemeinen Darstellung. Darauf hat Teil 2 des Website-Tests von 2025 aufmerksam gemacht. Da ist dann schmerzhaft, wenn zentrale Informationen nicht aktuell sind oder ganz fehlen. Dass z. B. Dr. Richard Westreicher in Pension ist, mag erst kürzlich passiert sein, aber sein Nachfolger Dr. Paul Waldenberger ist schon länger präsent. Das Gesundheitszentrum Salvida, seit über einm Jahr in Vorchdorf, finde sich gleich gar nicht unter den Gesundheitsangeboten.

Viele Standortfaktoren wie diese zufällig ausgewählten sind – auch das wurde bereits erwähnt – für Betriebe, die sich eventuell ansiedeln wollen, durchaus ein Argument. Gastronomie etwa. Die findet man unter „Tourismus“ im Bereich „Unser Ort“, wo man zur Seite des Salzkammergut Tourismus weitergeleitet wird. Wirtshäuser (30 Lokalitäten und eine Auflistung aller (!) Gastro-Betriebe wird versprochen) sind dort allerdings komplette Fehlanzeige. Da wäre man bei Google Maps besser aufgehoben.

Betriebsansiedlungen finden vielleicht nur selten über eine Gemeindewebsite statt. Trotzdem, es kostet ja nichts auf INKOBA oder einen Ansprechpartner in der Gemeinde hinzuweisen. Denn Vorchdorf hätte Unternehmen durchaus etwas zu bieten, und das kann man ja nach außen wie nach innen kommunizieren. Es findet sich aber nichts.

Unterm Strich?

Dieser Website-Check ist zugegebenermaßen einseitig: Wie beim Autopickerl geht es darum, Mängel festzuhalten mit dem Ziel, dass es besser wird. Und wie schon vor 1,5 Jahren bleibt festzuhalten, dass vorchdorf.at grundsätzlich zeitgemäß und reichhaltig ist. Auch der INVO.report blättert fast täglich hier herum, um etwas zu finden, wie viele andere auch. Rückmeldungen zu diesem Artikel gerne in die Kommentare.

Fragen, Wünsche oder Hinweise auf Fehler bei der Website nimmt aber vor allem die Gemeinde gerne entgegen. Anlaufstelle dafür ist das Sekretariat der Amtsleitung: Leonie Littringer (07614/6555-531) und Celine Stelzer (DW -530).

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