Was dem Vorchdorfer Wasserhaushalt hilft

23. September 2026

Wasser bleibt ein Thema, denn die nächste Dürre kommt bestimmt. Dabei geht es nicht nur um das Trinkwasser aus Ortswasserleitung und Brunnen, sondern auch um Regenwasser, das möglichst nicht gleich wieder in Kanälen, Bächen und Flüssen wegfließen soll – sondern nutzbringend im Boden bleiben. Wie sieht es damit in Vorchdorf aus?

Ein INVO.report-Artikel im Juli hat die Lage an der Trinkwasserfront bereits einmal durchleuchtet. Der Zusammenhang mit dem Regenwasser liegt auf der Hand: Jeder Tropfen, der langsam in den Boden versickern kann, statt über Alm und Laudach abzufließen, hilft auch, den Grundwasserspiegel zu halten. Maßnahmen, die das gewährleisten könnten, gibt es theoretisch genug. 

Vor allem im Ortskern spielt dabei eine Rolle, was mit Dach- und Straßenabwässern passiert. Wo immer das technisch und rechtlich möglich ist, lässt man hier Niederschläge versickern, teilt die Bauabteilung der Gemeinde auf Anfrage mit. Wo Wasser von Straßen mit Anschluss ans Kanalnetz abfließen, darf nicht versickert werden, weil Verschmutzungen des Grundwassers z. B. durch Treib- oder Schmierstoffe verhindert werden müssen. Das lässt sich natürlich vielerorts nicht einhalten, denn die meisten Gemeindestraßen entwässern einfach über die Bankette.

Brauchwassermanagement wird ausgebaut

Wenig bekannt ist das Ausmaß der Löschwasserbehälter im Gemeindegebiet. Die Feuerwehren bedienen sich – hauptsächlich im Ortskern – über 82 Hydranten, die aus der Ortswasserleitung gespeist werden. Verteilt über die Ortschaften finden sich allerdings 22 Löschwasserbehälter mit einem Fassungsvermögen von insgesamt 2545 Kubikmetern, also über 2,5 Millionen Litern, besser vorstellbar als ein 2 Meter tiefer Pool von über 25 x 50 Metern. Zwei weitere Behälter sind aktuell im Bau, einer in Planung. Befüllt werden diese Behälter allerdings überwiegend aus umliegenden Gewässern, meist im Zuge einer Übung.

Was über die großen Dachflächen des Schulkomplexes abfließt, soll beim Neubau großteils versickert, teils auch gesammelt werden; aus den Behältern könnte sich die Feuerwehr ebenso bedienen wie der Bauhof für Bewässerungszwecke. Diese Maßnahme wird derzeit noch zwischen Gemeinde und Land Oberösterreich abgestimmt.

Eine neue 80-prozentige Förderung des Landes können vor allem Grundbesitzer – hauptsächlich mit landwirtschaftlichen Flächen – und Wassergenossenschaften, aber auch die Gemeinde beantragen, und zwar für Maßnahmen, mit denen Regenwässer im Boden zurückgehalten werden. Die Fördermaßnahme läuft bis Ende 2027 und ist derzeit erst wenig beansprucht worden. Eine eigene Förderung von Bund, Land oder Gemeinde für die Nutzung von Regenwasser etwa als Brauchwasser in Haus und Garten gibt es aber derzeit nicht.

 

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