Die Anima und der Investor

Der gebürtige Linzer Herbert Ackerl ist mit seiner Anima Beteiligungs GmbH  in Salzburg der maßgebliche Investor für das Hotelprojekt im Freibad, zu dem er auf Anfrage noch nichts sagen wollte.

Auch wenn er schon geraumer Zeit nicht mehr in Linz tätig ist, hat Herbert Ackerl seine Spuren in der oberösterreichischen Landeshauptstadt hinterlassen: Mit seinem damaligen Schwager Rainer Reichl gründete der Bruder des langjährigen oberösterreichischen SPÖ-Vorsitzenden Josef Ackerl mit der Agentur Reichl & Partner einen der Platzhirsche der Linzer Werbeszene; später war der Linzer Jahrgang 1956 daran beteiligt, die Agentur afp aus der Taufe zu heben.

Mehr Banker als Werber

Die Kommunikationsbranche – in der seinen Tochter Martina mit eigener Agentur aktiv ist – war allerdings nie Ackerls wichtigstes Revier: Die längste Zeit seines Berufslebens war der studierte Sozialwirtschafter in der Hypo OÖ als Banker (zuletzt als Treasury-Chef) tätig. Laut Oberösterreichischen Nachrichten galt Ackerl als aussichtsreicher Nachfolger des damaligen Hypo-Chefs Karl Wiesinger. Als solcher wurde Ackerl jedoch von Parteifreunden abgesägt und verließ die Bank, um ins Immobiliengeschäft zu wechseln: In die Agentur Level One von Cevdet Caner mit Sitz am Linzer Hauptplatz – und dem Ziel, das Unternehmen an die Börse zu bringen. Daraus wurde nichts: Die Level One musste Insolvenz anmelden, während Ackerl nach Salzburg zog.

Umzug nach Salzburg

Dort kam es zur nächsten Mitgründung, und zwar der Wallberg Kapital AG in Luxemburg, die Ackerl zu ihren Aufsichtsräten zählte. Diesem Engagement folgte eines als als Vorstandsvorsitzender der AMBRAS Treasury & Investment AG. Ein Amt, das dem ehemaligen Banker laut Website seiner Anima Beteiligungs GmbH zahlreiche Geschäftsführerfunktionen in Beteiligungs- und Investmentgesellschaften eintrug.
Wie die OÖN schreiben, steht Ackerl ungern im Rampenlicht – auch als Geschäftsführer der Anima, die ihr Geschäftsjahr 2019 mit einer Bilanzsumme von rund 280.000 Euro abgeschlossen hat. Mit ihr hat sich Ackerl seit dem Abflauen des Fondsgeschäftes nach der Banken- und Finanzkrise von 2008/2009 auf die Finanzierung von Hotelprojekten spezialisiert – und damit eine Marktlücke geschlossen.

Ein Trio

One-Man-Show ist die Anima keine, wenngleich ihr Team recht überschaubar ist: An der Seite von Geschäftsführer Ackerl zeichnet Beatrix Carolin Grasmann für das Projektmanagement der Beteiligungs GmbH verantwortlich. Die Tochter einer Weingutsherrenfamilie kurbelte den Export des elterlichen Betriebes an. Über ihren weiteren Werdegang heißt es auf der Anima-Website wortwörtlich: „Schon früh zeigte Grasmann Interesse an der Architektur und am Bauen. So gestaltete sie den Zubau des evangelischen Kindergartens, den ihr Großvater nach dem Krieg erbaut hatte. Die Ortserweiterung in ihrem Heimatort unterstützte sie tatkräftig mit ihren Ideen und des Zur-verfügungstellens der Gründe. Sie führte dieses Projekt mit Unterstützung der Gemeinde und  Architekten zum Erfolg.“
Dritte im Bunde ist Ackerls Tochter Martina, die mit ihrer 2014 gegründeten Werbeagentur wie auch ihrem auf die Vermittlung von Immobilien spezialisiertem Zweitunternehmen Projektpartnerin der Anima ist.

Projekte mit Anima-tion

Bis dato hat die Anima Projekte in Schladming und der Gosau mitfinanziert. Letzerenorts zusammen unter anderem mit Kieninger Bau das Familienluxushotel Dachsteinkönig und das Sporthotel COOEE alpin. Von dem Bürgermeister Schimpl in der Gemeinderatssitzung vom Februar dieses Jahres meinte, wer sich ein Bild vom Vorchdorfer Projekt machen wolle, müsse sich das COOEE anschauen. In der Pipeline der Anima stecken derzeit neben dem Vorchdorfer Projekt das Stadthotel Grand Elisabeth in Bad Ischl sowie ein Chaletdorf in der Grünau.

„Corona hat die Situation grundlegend geändert“

Das Vorchdorfer Projekt genießt offenbar nicht die höchste Priorität: Dritten gegenüber meinte Ackerl, dass man vor Vorchdorf noch etliche andere Projekte realisieren werde. Auf eine Invo-Anfrage vor wenigen Tagen reagierte der Financier freundlich, aber zurückhaltend: Zu „ungelegten Eiern“ wolle er sich nicht äußern; da sei der Bürgermeister der bessere Ansprechpartner. Jedenfalls habe Corona „die Situation grundlegend verändert“, und es gebe noch rechtliche und Förderungsfragen zu klären.

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