Roma zu Gast in Vorchdorf

16. Juni 2021

Eine Gruppe von ca. 60 Roma macht derzeit Rast in Vorchdorf. Ihre 20 Wohnwagen stehen direkt neben der Autobahn zwischen Schottergrube und Eurowheel. Bei einem Gespräch mit dem Chef der Gruppe konnten einige Fragen beantwortet werden, die vermutlich nicht nur uns von INVO.report beschäftigen.

Der Mann auf dem Foto ist sozusagen der Bürgermeister dieser kleinen Zweckgemeinschaft, die mindestens 8 von 12 Monaten auf Achse quer durch Europa ist. Allen gemeinsam ist, dass sie französische Staatsbürger sind. Einen festen Wohnsitz haben sie nicht. Ihr Zuhause ist der Wohnwagen. Einer Arbeit gehen die meisten unter ihnen aber sehr wohl nach: Sie gehen von Haus zu Haus und bieten Renovierungsarbeiten und Fassadenreinigungen an.

„Manche Menschen sind skeptisch, wenn wir anklingeln, andere hören sich einfach unser Angebot an und entscheiden dann ganz wertfrei“, so der Chef der Gruppe aus seinem Mercedes heraus. Die Kinder werden den Großteil des Jahres von den Familien selbst unterrichtet. In 3-4 Wintermonaten sucht die Gruppe dann eine geeignete Schule an einem Standort, an dem sie länger bleiben.

Es scheint auch wichtig zu sein, dass es sich um Roma handelt. Unser Gesprächspartner meint: „Roma und Sinti verstehen sich nicht.“ Neun Tage sind sie jetzt schon in Vorchdorf. Morgen geht die Reise schon wieder weiter. Heuer beschreibt er die Lage als okay, letztes Jahr war auf Grund von Corona auch für die fahrenden Roma ganz schlimm. Das Verhältnis zur Polizei war schwieriger als sonst, die Polizei habe ständig hart durchgegriffen. Sie fühlten sich diskriminiert und eingeengt.

Grundsätzlich werden immer wieder die gleichen Orte und Plätze angesteuert. Man tauscht sich aber auch über Social Media mit anderen fahrenden Gruppen aus und übernimmt gute Stationen. Hier in Vorchdorf finden es die Roma gut. Was sie bedauern: Dass es auf dem Platz neben der Autobahn weder Schatten noch Wiese gibt. Das macht den Aufenthalt vor allem für die Kinder etwas trostlos. Für die Platznutzung entrichten die Familien, wie sie sagen, 1000 Euro Gebühr an die Gemeinde. Darin inkludiert sind Wasser, ein WC und die Müllentsorgung Die SpaziergängerInne,n die vorbeikommen, sind laut Auskunft alle freundlich; auch sonst hat es bisher in Vorchdorf noch keine negativen Zwischenfälle gegeben.

5 Gedanken zu „Roma zu Gast in Vorchdorf

  1. Manfred

    Auch von den polizeilich erfassten Fischdiebstählen in der Alm vermisse ich in eurem Interview mit diesem „Bürgermeister“ jeglichen Hinweis.
    Da wurden doch 10 oder 12 von diesen Herrschaften beim fischen in der Alm gefilmt. Das Filmmaterial ist vorhanden.
    Auch dabei, wie sie mit bloßen Fäusten und durch darauf springen die Fische massakriert haben.
    Auch von dieser Art Erwerbstätigkeit hat man hier noch nie etwas bemerkt. Zumindest nicht in einer Art und Weise, die den Erwerb von solchen Luxuskarossen und den dazu passenden Wohnwägen erklären könnte.
    Außerdem wird sich kaum wer, der schon eine Romasiedlung sah, von diesen Leuten sein Haus oder eine Fassade sanieren lassen.

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    1. Michael Praschma Beitragsautor

      Uns liegt Aufklärung am Herzen. Wenn es also ein Video gibt, das Fischdiebstahl und die geschilderten Misshandlungen durch Mitglieder dieser Romagruppe nachweist, dann sollte sich die zuständige Behörde damit befassen. Am Ergebnis wären auch wir interessiert.
      Es scheint übrigens, dass das Problem zwar nicht nur hier auftritt, dass es aber konstruktive Lösungen gibt, wie die Oö. Nachrichten berichtet haben: https://bit.ly/3zx1p7h

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  2. Arm.In.Wolfff

    Wenn es nach dem Bericht geht, könnte man meinen, eine überdurchschnittlich große Familie macht Campingurlaub. Doch was mich so alles interessieren würde: Wie versteuern die Durchreisenden ihren Broterwerb eigentlich? Erstaunlich für mich ist ja auch, wie die beschriebenen Erwerbstätigkeiten mit dem Fuhrpark zusammengehen – aber nicht das wer glaubt, ich wäre neidisch, mein Fahrzeuggeschmack ist ein deutlich anderer! Wenn die Herrschaften mal falsch parken oder zu schnell fahren, wohin werden denn die Strafzettel geschickt? Wenn es mal einen Unfall geben sollte, was nützt einem da das Kennzeichen, wenn dahinter anscheinend keine Meldeadresse steht? Aber ich verstehe ja eigentlich schon nicht, wie man überhaupt ein Kennzeichen bekommen kann, ohne eine Adresse benennen zu können. Und außerdem wäre es doch sehr interessant, mal auch die Vorchdorfer Betriebe zu ihren Erlebnissen mit den Neukunden zu befragen … da gibt´s wirkliche Storys, wenn sich halt einer traut, die Wahrheit zu erzählen. Ist ja ein sehr sensibles Thema und man könnte gleich einen falschen Eindruck erwecken. Und das mit dem Zusch****** der Natur, da frage man doch mal beim Tennisclub als früherem Campingplatz nach. Da die Gemeinde kassiert, liegt es ja nahe, dass man durch diesen Toursimus auf den Gedanken eines Hotels in Vorchdorf gekommen ist – gleich mit Pool und Dusche im Freien …

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  3. Klanner Eva

    Wenn sie die Toiletten benützen würden wäre es ja ok.Sie verrichten ihre Notdurft leider auf der Waldstraße und am Waldrand.Damit habe ich einProblem.Es ist einfach nicht in Ordnung das wir unsere Spazierwege meiden müssen weil alles zugekackt ist.Es ist einfach nur grauslich und abstoßend.
    Wer räumt auf?

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    1. Michael Praschma

      Unsere Redakteurin Inge Nussbaumer war an dem Platz, der den Roma zugewiesen worden ist, aber nicht an den bewussten Stellen Sie kannte auch deinen Facebook-Beitrag nicht. Da die Grupppe heute schon abfährt, kann sie die Roma dazu nicht mehr befragen, hat aber vor, das nachzuholen, wenn dasselbe Problem in der Zukunft wieder auftaucht.

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