Stimmen zur Wahl – „Wir strecken unsere Fühler aus“

28. September 2021

Albert Sprung

Interview mit Albert Sprung, Liste Vorchdorf

Worauf ist nach Meinung der Liste Vorchdorf das Wahlergebnis der Gemeinderatswahl in Vorchdorf zurückzuführen?
Die Liste Vorchdorf hat sich sehr bemüht, die zahlreichen Probleme im Ort sachlich aufzuzeigen. Wir haben dafür aber auch konkrete Lösungen angeboten. Es ist uns damit gelungen, unsere Themen sehr gut zu präsentieren. Die Summe dieser Bemühungen haben letztendlich zu diesem Wahlergebnis geführt, mit einer starken und unabhängigen Liste Vorchdorf im Gemeinderat. Ein wenig bitter ist natürlich, dass sich der zweite Platz um nur 8 Stimmen nicht ausgegangen ist. Trotzdem, 7 Mandate aus dem Stand zu erreichen, das stimmt uns sehr zufrieden und zeigt den Wunsch nach einer unabhängigen Instanz in der Ortspolitik. Für dieses Vertrauen sind wir sehr, sehr dankbar!

Wie ist die Diskrepanz zwischen gesunkener Wahlbeteiligung und längeren Wartezeiten zu erklären?
Zum Glück habe ich noch von niemandem gehört, der aufgrund der längeren Wartezeiten wieder heimgegangen ist. Diese Umstände betreffen aber auch einen Bereich, den ich gerne als Expertise in die Gemeinde einbringen will, nämlich, dass man sich Prozesse und Abläufe ansieht und solche Bottlenecks, in diesem Fall die zu geringe Anzahl an „Wahlzellen“,  von vornherein vermeidet. Aber auch die Wahlbehörde hätte mit Blick auf den Landtagswahlzettel etwas vorausschauendere Empfehlungen abgeben können. Ein bis zwei Wahlkabinen pro Sprengel mehr hätten die Lage sicherlich völlig entspannt. Gut war ja, dass wenigstens die Sonne geschienen hat und niemand im Regen stehen musste!

Was sagst du zur Bürgermeisterwahl?
Wir haben es geschafft, in die Stichwahl zu kommen. Dass Reinhard Ammer auf Platz 3 ist, hat uns einigermaßen überrascht. Es gilt jedenfalls immer noch, dass wir angetreten sind, um einen parteiunabhängigen Bürgermeister zu stellen. Deshalb strecken wir unsere Fühler in Richtung der anderen Fraktionen aus. Es gibt bereits Gespräche darüber, wie wir als Liste Vorchdorf das Bürgermeisteramt anlegen wollen. Als großen Vorteil sehen wir es an, dass wir nicht die stärkste Fraktion sind. Dadurch braucht es mehr Einbindung der anderen Fraktionen, was für Vorchdorf ganz sicher bessere Ergebnisse bringt, weil Projekte und Themen breiter diskutiert werden. Ab sofort braucht es im Gemeinderat ja definitiv immer mindestens drei Fraktionen, um etwas beschließen zu können – und das ist gut für Vorchdorf! Anders sieht es im Gemeindevorstand aus: Die ÖVP hat dort drei Sitze, die Liste Vorchdorf und die FPÖ jeweils zwei, SPÖ und die Grüne jeweils einen. Da geht sich also auch weiterhin eine Mehrheit mit nur zwei Fraktionen aus. Super finden wir außerdem, dass es auch die NEOS in den Gemeinderat geschafft haben, auch wenn es nur ein Mandat geworden ist.

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