„einflugschneise wildente“ – Visionen in der Warteschlange

12. Februar 2022
Samstagsbeilage von Susi Windischbauer

Schon 1997 hatte die Gemeinde Vorchdorf Architekturstudierende der Universität für Gestaltung in Linz eingeladen, im Rahmen einer Städtebauübung Beiträge zum örtlichen Entwicklungskonzept zu erarbeiten. Ziel war es damals, zukunftsweisende, visionäre Ideen zu spinnen. Mehr als 20 Jahre später werfen wir einen Blick auf diese gelungenen Überlegungen. Die meisten der damals gut präsentierten Vorschläge liegen unberührt in irgendwelchen Schubladen, einige wenige wurden zum Teil umgesetzt.

Vor meinem inneren Auge entstehen schöne Bilder, wenn ich im Heimatbuch „Vorchdorf 2000“ (ab S. 59) den Text zum Projekt „einflugschneise wildente“ lese. Der ausgefallene Name der Projektgruppe entstand übrigens bei einem Kaffee an der Laudach, direkt im Ort – dort entstanden auch die meisten der später im Detail entwickelten Ideen.

Die Schmalspurbahn von Gmunden etwa geht als Straßenbahn weiter bis auf den Schlossplatz; eine attraktive Wohnanlage am Tanglberg, westseitig mit Blick auf den Grünzug der Laudach, ersetzt vielleicht die eine oder andere Bebauung anderer landschaftlich reizvoller Gebiete.

Besonders ins Auge sticht ein Fuß- und Radwegekonzept. Diese Pläne könnte man noch heute rasch und einfach 1:1 umsetzen und wahrscheinlich attraktive Förderungen dafür lukrieren. Nur ein paar Verbindungsstücke entlang der beiden Laudacharme fehlen, um ein attraktives Spazier- und Wanderwegenetz im Ortskern entstehen zu lassen. Bemerkenswert vor allem: „… besonderer Wert ist dabei auf die gefahrenlose Schulwegführung zu legen“. Solche Passagen schmerzen! Schließlich versuche ich als Mama bereits seit über 6 Jahren, den Schulweg unserer Tochter sicherer zu gestalten. Bis jetzt bin ich mit diesem Vorhaben kläglich gescheitert.

Der Bebauungsvorschlag bei den Fischteichen wurde bezüglich der Platzierung so umgesetzt, wie in den Plänen von 1998 vorgeschlagen. Allerdings wären hier eingeschoßige Massivbaukörper mit begrünten Flachdächern und Aufstockmöglichkeit in Holzbauweise  vorgesehen gewesen. Bis heute gänzlich unberücksichtigt ist die Grünraumgestaltung rundherum, die meines Erachtens aber mindestens genauso wichtig gewesen wäre. Ein zentrumsnahmer Park, geschützt vor jeder weiteren Bebauung, das fehlt schon lange in Vorchdorf. Hier ist die Rede von Eisstockbahnen und einem neu angelegten Tiefwasserbereich als Bademöglichkeit sowie einem Buffet auf Pfählen mit über den Teich kragenden Terrassen.

Schön wäre das ja: ein Plan der nicht nur vorsieht, was in Zukunft bebaut wird, sondern was genau eben nicht bebaut wird!

 

 

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