Gesundheitsdiensleistungszentrum bleibt – vorerst?

1. April 2022

Die Liste Vordorf beantragte erfolglos die Schließung wegen hoher Verluste, jetzt soll eine Arbeitsgruppe das weitere Schicksal des Gesundheitsdienstleistungszentrums (GDZ) zum Guten wenden. Ob damit Einigkeit über die Einrichtung hergestellt werden kann, die 2017 als „Generationencampus (Eltern-Kind-Zentrum)“ angedacht wurde? Darauf deutet wenig hin.

Kündigung des Mietvertrags und Schließung GDZ – das war der Antrag von Albert Sprung (Liste Vorchdorf) bei der Gemeinderatssitzung am 29. März. Eine ausführliche Anfrage an Bürgermeister Johann Mitterlehner zu diesem Thema ging voraus. Die gegensätzlichen Standpunkte wurden dabei überdeutlich. Mitterlehner parierte die Fragen mit äußerster Knappheit und erkennbarem Widerwillen.

Im Mittelpunkt standen die bereits in der Vergangenheit von der Liste Vorchdorf kritisierten hohen Kosten für die Gemeinde, die in Höhe von um die 100.000 Euro jährlich veranschlagt wurden. Denen stünden Einnahmen gegenüber, deren Umsatz sich teils verzwanzigfachen müssten, um einen Ausgleich zu erreichen.

„Risiko zu diesem Zeitpunkt nicht absehbar“

Mitterlehner verwies in der Anfragenbeantwortung darauf, im Jahr 2019 (vor der Pandemie) habe man ein solches Risiko nicht absehen können. Die jetzt budgetierten 30.000 Euro Einnahmen seien realistisch; entsprechende Details lägen in der Kassenabteilung vor.

Wie viele 100.000 Euro der Bürgermeister noch in das GDZ stecken wolle, bevor man die Reißleine ziehe, wollte Sprung wissen. Mitterlehner konterte, nicht der Bürgermeister stecke Geld da hinein, sondern es handele sich um gemeinsam gefasste Gemeinderatsbeschlüsse. Es sei stets klar gewesen, dass das Projekt Geduld brauche. Alle wüssten, was im Jahr 2020 und 2021 gewesen sei, begründete Mitterlehner den schlechten Start des GDZ.

Weitere Frage: Wenn es kein tragfähiges Konzept für das GDZ ohne Verlustabdeckung durch den Steuerzahler gebe, wie dann die Exit-Strategie aussehe? – „Ein Exit-Szenario ist nicht gewünscht“, meinte Mitterlehner und appellierte an alle Mandatare, ihre Netzwerke einzusetzen, um das GDZ zu stärken. Als „Ende mit Schrecken statt einem Schrecken ohne Ende“ bezeichnete Sprung am Ende seines Antrags auf Mietvertragkündigung und Schließung des GDZ die Konsequenz aus der bisherigen Entwicklung.

Grüne: Ehestmögliche Arbeitsgruppe

Als Gegenantrag hierzu formulierte die Grünen-Gemeinderätin Eva Brandstötter-Eiersebner die Forderung, noch vor der nächsten, spätestens übernächsten Gemeinderatssitzung jene Arbeitsgruppe tagen zu lassen, die durch Antrag von Reinhard Ammer vor einem Jahr gegründet wurde und erst einmal getagt hat. Teilnehmen sollen daran auch der Franchisegeber Xundheit und die neue Amtsleiterin Nadine Klocker.

Der Gegenantrag wurde mehrheitlich angenommen. Die Liste Vorchdorf enthielt sich der Stimme, die SPÖ hatte, wie berichtet, unter anderem während dieses Punkts die Sitzung demonstrativ verlassen. Der ursprüngliche Antrag war damit vom Tisch.

Unter dem Titel „Gesundheit und Pflege“ war jene Arbeitsgruppe vor dem Hintergrund der schon damals vorliegenden Beschwerden vor allem der Liste Vorchdorf gegründet worden, um einen gemeinsamen Informationsstand zu erreichen. Finanzen waren als Thema nicht vorgesehen, aber: Die Verbesserung der finanziellen Situation sollte man immer im Auge haben, so Brandstötter-Eiersebner auf Anfrage.

Redaktioneller Hinweis: Über die Entwicklung des Gesundheitsdienstleistungszentrums vulgo Ärztezentrums alias Generationencampus haben wir vor einem Monat berichtet.

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