ReVital: Nicht ganz ein Postamt, viel mehr als ein Flohmarkt

28. April 2022

Ab 2. Mai geht hier wieder die Post ab. Der ReVital-Shop eröffnet neu im bisherigen Postamtsgebäude in der Bahnhofstraße und wird zugleich Postpartner mit allen wesentlichen Leistungen. Für das Sozialunternehmen und seine Kund*innen bedeutet das einen deutlich verbesserten Standort. Ein Besuch kurz vor dem Umzug. 

ReVital-Shop Pühringer-Gaigg

Ab Montag in diesen Räumen: Sonja Pühringer und Nachfolgerin Petra Gaigg

Im fünften Jahr seines Bestehens kommt der ReVital-Shop Vorchdorf aus seinem „Versteck“ auf der Rückseite des Sparmarkts  in den Ortskern. Der Übergang wird fließend sein, sagt Claudia Loidl, zuständige Abteilungsleiterin beim Bildungszentrum Salzkammergut; das ist der Träger des ReVital-Projekts.

Die kompletten Postservices starten ohne Unterbrechung mit 2. Mai, das Angebot des ReVital-Shops muss nach und nach übersiedeln und wird etwa in der letzten Maiwoche vollständig vor Ort sein. Im Juni findet die offizielle Eröffnung mit Umweltlandesrat Stefan Kaineder (Grüne) statt.

Für die Vorchdorfer*innen bieten sich Vorteile. Post-Dienstleistungen gibt es ab Mai länger, von Montag bis Freitag durchgehend von 8:30 bis 18:00 Uhr, Mittwochs jedoch nur bis 13:00 Uhr*. Und zugleich sind ReVital-Angebote nun zu denselben Zeiten in zentraler Lage verfügbar.

Angenommen und zu günstigen Preisen verkauft werden im Shop Elektro-Kleingeräte und viele Dinge für den Haushalt. Im Unterschied zu Flohmärkten sind Geräte aufgearbeitet und überprüft. Es gibt eine 6-monatige Gewährleistung. Die Mitarbeiterinnen sind fest beschäftigt und hoch motiviert, da sie zuvor häufig länger arbeitsuchend waren. Wer an einer solchen Beschäftigung interessiert ist, kann sich im Shop oder beim AMS melden. Die Jobs sind durch die hinzugekommene Postpartnerschaft noch attraktiver und qualifizierender geworden.

Unternehmensziel „Nachhaltigkeit“ ganz praktisch

Daneben ist der Nachhaltigkeitsgedanke wichtiger Teil des ReVital-Konzepts. Denn es geht aus Umwelt- und Klimaschutzgründen ja dringend darum, Ressourcen nicht zu verschleudern – also brauchbare Dinge möglichst weiter zu benutzen. Wer übrigens unsicher ist, ob sich ein gebrauchter Gegenstand für den Verkauf im ReVital-Shop eignet, kann damit auch zum Abfallsammelzentrum (ASZ) fahren. Das Vorchdorfer ASZ-Team ist besonders engagiert darin, Verwendbares an ReVital „umzuleiten“ – ganz offiziell, denn der Bezirksabfallverband ist Kooperationspartner von ReVital.

Manche Dinge gehen dabei kuriose Wege: Eine neuwertige Garnitur von Sesseln aus den 50er-Jahren, eine echte Rarität also, wäre einmal fast im Sperrmüllcontainer des ASZ gelandet, wurde aber im letzten Moment für den ReVital-Shop gerettet. Dort erschien am folgenden Tag der ehemalige Besitzer im Zustand äußerster Zerknirschung mit der Frage, ob er die Sessel zurückbekommen könnte – seine Kinder hätten ihn derart geschimpft … solche Sachen gehen im ReVital-Shop.

Alles sieht nach einer sinnvollen Erfolgsgeschichte aus, bei der auch die Gemeinde sich eingebracht hat; zum einen durch den Vorschlag der Postpartnerschaft von ReVital gegenüber der Post – ausgedacht und eingefädelt noch von Bürgermeister Gunter Schimpl –, jetzt aber auch über den Bauhof mit der Montage einer Zugangssicherung beim seitlichen Eingang. Schließlich findet mit Übernahme des neuen Standorts auch eine Stabübergabe statt: Sonja Pühringer, die den Shop in den letzten Jahren geleitet hat, verabschiedet sich in den Ruhestand, ihre Nachfolgerin wird die Steyrermühlerin Petra Gaigg.

*Redaktioneller Hinweis: An dieser Stelle standen ursprünglich andere Öffnungszeiten, die aber auf einem Übermittlungsfehler beruhten.

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