M.a.D. #13: Ein Plädoyer für Vorchdorf: Ich mag den Markt voller Leben!

16. Juni 2022

Die Webstatistik besagt, dass knapp 20 % der Vorchdorfer Wahlberechtigten meinen „Offenen Brief“ von letzter Woche an unseren Bürgermeister gelesen haben. Da ich in unterschiedlicher Art und Weise auf diese Zeilen angesprochen wurde, liegt mir viel daran, ein paar Dinge klarzustellen.

Alfred vs. Google

Zu allererst: Ich verstecke mich nicht aus Feigheit hinter einem Pseudonym. Ich lege bloß keinen Wert darauf, mich mit jeder Meinungsäußerung über Google im Internet wiederzufinden. Übrigens, bei Kritikern, die mir diese Feigheit unterstellt haben, habe ich mich auch schon mal persönlich vorgestellt.

Außerdem wissen ja durchaus einige, wer hier hinter der „Meinung am Donnerstag“ steckt. Daher ergeben sich immer wieder Gespräche mit Mitbürger*innen. Ich mag diese Gelegenheiten und nütze gerne die Chance, meine Gedanken im Detail zu erklären. Und ich bin ganz sicher weder Querulant noch Wutbürger. Ich stelle mich jederzeit einer Diskussion, höre zu und lasse mich selbstverständlich von guten Argumenten überzeugen.

Ernüchterung macht sich bei mir aber angesichts der mitunter überaus zähen Kommunikationsbereitschaft breit. Das Einhalten von Zusagen und Versprechen oder eine halbwegs zeitnahe Antwort auf konkrete Fragen sind für mich auch ein Zeichen der Wertschätzung.

Leben am Tor zum Salzkammergut

Völlig klar, dass all die aktuellen Veränderungen auch vor einer kleinen Gemeinde nicht haltmachen. Aber wahrscheinlich gerade deswegen ist es eine ganz besondere Herausforderung, dass wir alle dafür sorgen, diese hohe Lebensqualität weiter zu erhalten. Wer hat denn schon die Möglichkeit, Natur und Naherholung in diesem Ausmaß genießen zu können? Und selbst wer ohne Ballungszentren und Shopping-Malls nicht auskommt, gelangt ja recht rasch dorthin. Ich kann als gebürtiger Großstädter gar nicht oft genug betonen, wie sehr ich es genieße, dass ich meinen Lebensmittelpunkt seit über 20 Jahren in Vorchdorf habe. Eines ist fix: Mich bringt da nichts mehr weg.

Die Ortspolitik hat mich nach einigen durchaus denkwürdigen Erfahrungen mit dem früheren Ortsoberhaupt zu interessieren begonnen. Meine Meinung vertrete ich somit schon länger, als es der liebe Alfred E. Neumann tut.

Es liegt mir also absolut fern, unseren Ort schlechtzuschreiben. Vielmehr möchte ich aufzeigen, dass es doch nicht so schwierig sein kann, in diesem wunderbaren Umfeld gemeinsam für eine positive Entwicklung zu sorgen. Man kann es drehen und wenden wie man will, die (höflich formuliert) angespannte Stimmung und die ständigen Streitereien könnte man durchaus auch als Nachwehen der Vergangenheit sehen. „Mehr als die Vergangenheit interessiert mich die Zukunft, denn in ihr gedenke ich zu leben“, sagte schon Albert Einstein. Von daher ist es für mich unverständlich, warum sich unsere Politik gar so schwertut, einfach einmal Probleme gesammelt auf den Tisch zu legen, um die Vergangenheit abzuschließen, um dann mit aller Kraft gemeinsam an einer tollen Zukunft für unsere lebenswerte Gemeinde zu arbeiten – übrigens, egal ob mit oder ohne Mediator!

Nein, liebe Leser*innen, mir ist nicht langweilig und eigentlich füllen mich Berufs- und Privatleben vollständig aus. Ich bin auch kein Profi-Schreiberling, der die M.a.D. in unter fünf Minuten aus dem Ärmel schüttelt, im Gegenteil, ich benötige dafür durchaus einiges an Zeit und auch Energie. Beides investiere ich aber aus recht egoistischen Gründen sehr gerne: Ich will einfach, dass mein Lebensraum weiterhin so lebenswert bleibt.

Wenn ich dazu beitragen kann, dass sich auch mein Nachwuchs in Vorchdorf wohlfühlt, viele Chancen vorfindet und so wie sein alter Herr gerne hier lebt, dann würde mich das sehr freuen. Stillschweigen bedeutet nämlich Zustimmung. Und von daher ist es gut und wichtig, seine Meinung zu sagen – immer, nicht nur donnerstags.

Einen schönen Donnerstag
wünscht Alfred E. Neumann

3 Gedanken zu „M.a.D. #13: Ein Plädoyer für Vorchdorf: Ich mag den Markt voller Leben!

  1. Christine Gehmayr

    Lieber M.a.D.
    Ich lese immer gerne und mit Schmunzeln deine Beträge – super.
    ps. Ich habe auch ein Kartenspiel und ein Gesellschaftsspiel von dir :-))))

    Antworten
    1. Alfred E. Neumann

      Servus Christine,
      danke für die netten Worte, ganz ehrlich, ein bisserl Aufmunterung kann doch nie schaden.
      Liebe Grüße,
      Alfred.
      P.S. Falls Euch mal einer fehlt in Eurer M.A.D.-Spielerunde, einfach melden …

      Antworten
    2. Franz Steinhaeusler

      Frau Christine Gehmayr: Volle Zustimmung. Es ist immer wieder eine Freude, die ironischen, aber auch direkten, geistreichen Artikel von Alfred E. Neumann hier zu lesen. Schade finde ich etwas, dass sich hier nicht mehr als ein paar Leute beteiligen und kommentieren.

      Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.