M.a.D. #19: So sehen Sieger aus!

4. August 2022
Meinung am Donnerstag

Die Vorchdorfer Version des familientauglichen Gesellschaftsspiels memory® hat unsere Leserschaft dazu motiviert, sich mit den durchwegs wohlklingenden Aussagen und Versprechen vor den letztjährigen Wahlen auseinanderzusetzen – vielen, vielen Dank für´s Mitmachen! Die Karten in Form der richtigen Antworten haben wir ja schon aufgedeckt, und es ist wohl davon auszugehen, dass es für viele Mitspieler dann doch auch einige Überraschungen gab.

Rätselgewinner Gottfried Ohler – mehr als nur aufmerksamer Leser

Keine Überraschung soll es aber sein, dass wir unsere Versprechen halbwegs rechtzeitig einlösen. Kurzerhand habe ich meinen Junior als Glücksfee engagiert, und er hat in einer demokratischen Wahl den Sieger gezogen. And the winner is: Lieber Gottfried Ohler, das gesamte Team vom INVO.report gratuliert dir herzlichst! Selbstverständlich halte ich mich auch an das Versprechen, die Anzahl deiner richtigen Antworten nicht zu verraten.

Die Fee hat wirklich tolle Arbeit geleistet! Im Rahmen einer privaten Preisverleihung habe ich von Gottfried erfahren, dass er als zugereister Mühlviertler für einen weit überdurchschnittlichen Verbrauch an Leinöl aus der Rohrbacher Gegend verantwortlich ist. Somit passt es perfekt, dass er jetzt die Krönung der gesunden Öle in Form einer Flasche echten, steirischen Kernöls in Empfang nehmen durfte! Ich bin ja schon auf seine geschmacklichen Eindrücke gespannt – wer weiß, vielleicht dürfen wir uns auf den ersten kulinarischen Kommentar freuen …

Ein Gewinner mit Weitblick

Denn das war die nächste erfreuliche Erkenntnis: Unser Sieger hat sich als regelmäßiger INVO.report-Leser geoutet. Wir treffen seinen Geschmack somit nicht nur bei Grundnahrungsmitteln, ihm munden auch unsere Beiträge. Die Preisverleihung hat sich in weiterer Folge zu einem spannenden Gespräch mit einem interessierten Bürger entwickelt – mehr noch, da sich auch Gattin Ingrid nicht nur über den Gewinn einer grünen Flasche für ihren Haushalt gefreut hat, sondern auch umfangreiches Wissen rund um unsere Berichte und Kommentare bewies.

Familie Ohler hat mir erzählt, dass sie das Ortsgeschehen nicht nur verfolgt, sondern sich auch engagiert. So haben die Beiden z. B. ihre Ablehnung gegenüber den ersten Plänen zur Ansiedlung einer Fastfood-Kette recht deutlich zum Ausdruck gebracht. Aktuell wurde Ingrid erst kürzlich in der offiziellen Gemeindezeitung (Anmerkung: das ist jene mit dem roten Schriftzug auf der Titelseite …) für ihre Bemühungen zur Beseitigung von Abfällen auf ihren zahlreichen Spaziergängen vom Bürgermeister ausgezeichnet!

Den INVO.report konsumieren sie regelmäßig, sind sie doch der festen Überzeugung, dass es in Vorchdorf mehr als genügend Themen gibt, über die berichtet und die Bürger informiert werden sollen – egal ob Themen aus der Vergangenheit, der Gegenwart oder über zukünftige Vorhaben. So sollte für unsere Politiker interessant sein, dass meine Gesprächspartner über das nach ihren Worten „extrem gestörte Betriebsklima im Ort mehr als traurig sind“. „Diesen Karren wieder aus dem Dreck zu ziehen wird wohl ohne externe Unterstützung, das Eingestehen von Fehlern, von Entschuldigungen, dem Vergeben und viel Mut und Kraftanstrengung aller Beteiligten nicht wirklich gelingen“, bringt es Gottfried mit weisen Worten auf den Punkt.

So also die Urteile zweier sympathischer Mitbürger, die sich einfach ein mehr an Ruhe und Konstruktivität in der Ortspolitik wünschen. Dass sie dabei auch die Worte „Vergebung und Nächstenliebe“ in den Mund nehmen, unterstreicht die Ernsthaftigkeit dieses Wunsches.

Und die Moral aus der Geschichte?

Mein Ansatz für das Alfred-memory® war ja, möglichst viele Leser zum Nachdenken zu bewegen, nicht frühzeitig zu vergessen, welch schöne Worte ALLE Wahlwerbenden vor einem Jahr verwendet haben. Jetzt wäre doch der passende Zeitpunkt, an die Umsetzung zu gehen.

Ingrid und Gottfried Ohler sind für mich somit nicht nur die Sieger eines Gewinnspiels, sie haben ausgesprochen, was sich Bürger erwarten und es wohl nicht schaden würde, ernsthaft über das Beschreiten neuer (Kommunikations-)Wege in der Ortspolitik nachzudenken.

Mein Dank für eure offenen Worte, liebe Familie Ohler! Lasst es euch schmecken, das steirische Gold, ihr habt es euch mehrfach verdient!

Einen schönen Donnerstag
wünscht Alfred E. Neumann

 

Ein Gedanke zu „M.a.D. #19: So sehen Sieger aus!

  1. Ingrid Ohler

    Was ich ergänzend noch sagen will:
    Soviel ich weiß, werden sowohl der Bürgermeister als auch die Gemeinderatsmitglieder (und deren Stellvertreter) mit folgender Gelöbnisformel angelobt: „Ich gelobe, die Bundesverfassung und die Landesverfassung sowie alle übrigen Gesetze und alle Verordnungen der Republik Österreich und des Landes Oberösterreich gewissenhaft zu beachten, meine Aufgabe unparteiisch und uneigennützig zu erfüllen, das Amtsgeheimnis zu wahren und das Wohl der Marktgemeinde Vorchdorf nach bestem Wissen und Gewissen zu fördern.“
    Hierauf wird der Bürgermeister vom Bezirkshauptmann und sämtliche anwesenden ordentlichen Mitglieder und Ersatzmitglieder des Gemeinderates vom Bürgermeister mit den Worten „ich gelobe“ und durch H a n d s c h l a g angelobt.
    In den nächsten Jahren kann und wird es sich dann zeigen, was „Handschlagqualität“ in der Politik heute noch heißt. Ach, und übrigens… ich hab nachgeschaut, es gibt keine Synonyme (sinnverwandte Worte) zur „Handschlagqualität“.
    Unter Beachtung oder auch Besinnung auf dieses positive Vorzeichen eines Handschlags zu Beginn einer Legislaturperiode müsste eine konstruktive, unparteiische und wertschätzende Zusammenarbeit aller Parteien zum Wohl der Marktgemeinde Vorchdorf möglich sein.

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