Schulstandort Vorchdorf: Zwischen leiser Hoffnung und Vertröstung

4. Mai 2022

Campus bedeutet „Feld“. Und manche Felder zu beackern, scheint in Vorchdorf bei besonders hart zu sein. Zum Beispiel der Bildungscampus, mit dem wir uns heute im letzten Teil unserer Miniserie beschäftigen. Zuletzt erschienen: Ein kurzer Rückblick auf das lange Warten.
Bald sind es 10 Jahre, dass die Planungen für den Bildungscampus Vorchdorf begonnen wurde. Nichts davon ist bisher umgesetzt worden. In den Direktionen von Volks- und Mittelschule schwankt die Stimmung zwischen Zuversicht auf einen Neustart und Vertröstung auf den Baubeginn.

Standortnachteil für einen Mangelberuf

Sowohl die Volks- als auch die Mittelschule geben sich alle Mühe, den tristen Gebäudezustand mit bunten Dekorationen vergessen zu machen. Trotz schlechtem Gebäudezustand gehen die Kinder jeden Tag gerne in die Schule. Das Team der Mittelschule und Volksschule arbeitet höchst engagiert, um diesen Mangel wettzumachen.

„Wir werben um jedes Kind“

Staudinger und Ohler wissen nur allzu gut, dass das Vorchdorfer Schulgebäude nicht mehr zu den attraktivsten Standorten gehört. Dementsprechend herausfordernd ist und wird es, junge Lehrer*innen für eine Anstellung in Vorchdorf zu gewinnen. Umso mehr, als die Mittelschulen in allen umliegenden Gemeinden frisch saniert sind. Während die Volksschule nur vereinzelt betroffen ist, bekommt die Mittelschule ihren baulichen Standortnachteil zunehmend zu spüren: Es wird zunehmend schwieriger, die Schüler*innen aus den umliegenden Gemeinden für die Mittelschule zu gewinnen. „Wir werben um jeden einzelnen Schüler und jede einzelne Schülerin“, erklärt Sonja Staudinger. „Wir haben dank des sehr hohen Engagements im Kollegium noch gute Zahlen. Die Kinder fühlen sich bei uns sehr gut aufgehoben und gehen sehr gerne in die Schule. Das ist dem großartigem Team der Mittelschule zu verdanken.“

Baubeginn 2022? Ausgeschlossen

Die seit Jahren angekündigten Lösung Bildungscampus wird immer schwieriger durchzusetzen. Auch Volksschuldirektorin Michaela Ohler hat nach den ständigen Vertröstungen – „wir haben immer nur gehört, es sei alles auf Schiene“ – beinahe alle Hoffnung auf einen Schulbetrieb in zeitgemäßen Räumlichkeiten aufgegeben. So wie Sonja Staudinger wäre auch sie bereits mit einer kleineren Lösung als dem großen Wurf Bildungscampus zufrieden. Die Direktorin der Mittelschule ist hingegen immer noch sehr zuversichtlich, dass in näherer Zukunft Bewegung in die Sache kommt.

Transparenzhinweis: Volksschulleiterin Michaela Ohler ist Gründungsmitglied des INVO.report, hat aber nicht den Anstoß zu diesem Artikel gegeben.

 

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